Filou auf reisen - ein Roadtrip
Kreativität
Message
Einfallsreichtum
Sound
Texte
4.6Sterne

Mit „Mama“ haben Filou nun einen neuen Song aus ihrem dritten Album veröffentlicht. Dabei handelt es sich um einen Roadtrip der besonderen Art, der einige Fragen offen lässt.

Die Texte zu ihrem dritten Album „Feste Farben“ wurden allesamt von Schriftsteller Lukas Meschik verfasst und gemeinsam mit Alex Tomann aufgenommen. Bei den Wienern Lukas Meschik, Christoph Kornauth, Kasper Dziurdź und Robin Prischink trifft schnörkelloser Indie-Rock auf starke Texte, deren Inhalt auf den ersten Blick nicht immer klar zu erfassen ist. Nun wurde die Singleuskoppelug „Mama“ veröffentlicht, in welcher nicht nur ein Roadtrip besungen wird, sondern eine Reise, die zum Nachdenken anregt.
Dabei ist „Mama“ eigentlich ganz nebenbei beim Jammen im Proberaum entstanden. Lukas hat sich ans Schlagzeug gesetzt, vor sich her gesungen und dabei ist der Refrain entstanden. Später hat man sich dann zusammengesetzt und die ruhigen Strophen wurden gebastelt; an den Details wurde dann aber noch Wochen lang gefeilt. Mit „Mama“ wollen Filou einen Roadtrip erzählen, jedoch nicht zu konkret werden. „Uns ging es um die Stimmung, dass man aufbricht und alles hinter sich lässt“, verrät uns Lukas, wobei auch ein Augenzwinkern nicht zu kurz kommen soll. Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei „Filou“ um ein Schlitzohr. Daher soll die Geschichte nicht zu schwer sein und nicht zu ernst genommen werden, sondern die Story eines Schlitzohrs erzählen.

Tiermasken und Landstraße

Und dass es sich beim Protagonisten – dafür musste übrigens ein befreundeter Musiker namens Flo herhalten – nicht um einen gewöhnlichen Typen handelt, sieht man schon in den ersten Aufnahmen des Musik-Videos. Früh morgens zündet er sich noch im Bett liegend eine Kippe an, spült mit Bier nach und putzt sich daraufhin die Zähne – ein guter Start in den Tag. Er packt das Wichtigste, darunter auch einen Zauberwürfel, in einen kleinen Koffer, denn mehr scheint er nicht zu brauchen.

„Was man zum Leben braucht, passt in den Kofferraum“

Er kratzt noch seine letzten Ersparnisse zusammen, ein letzter Blick in die Wohnung und mit einem älteren VW-Cabrio kann die Reise beginnen. Es geht über weite, leere Landstraßen und die Gegend in Niederösterreich, wo das Video auch entstanden ist, scheint dafür auch perfekt zu passen. Ein Duftbaum, der am Rückspiegel befestigt ist und dem Reisenden vor der Nase rumtanzt, darf typischerweise auch nicht fehlen. Einfach einmal raus aus dem Leben, raus auf die Straße und sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen – besser kann man sich einen Roadtrip auch nicht ausmalen.

Damit es auch nicht langweilig wird, werden noch drei Leute, die hier Tiermasken tragen, abgeholt. Was diese Masken betrifft, wollen Filou aber nicht verraten. Das soll geheimnisvoll bleiben und es ist den Zusehern selbst überlassen, diese Szenen zu interpretieren. Vielleicht sind es aber auch drei Eigenschaften, drei Gedanken, die den Reisenden begleiten? Generell ist den Hörern selbst überlassen, den Song und das Video zu interpretieren. „Es gibt kein Richtig oder Falsch. Wir hoffen, dass die Bilder Assoziationen auslösen, die eine gewisse Stimmung vermitteln.“ So wird oft einiges nur angedeutet, die entstanden Lücken dürfen dann aber selber gefüllt werden.

Sag meiner Mama ich hab sie lieb

Weiter geht es durch die Felder, bis der Motor raucht und zum Anhalten zwingt. Doch selbst ist der Mann und gemeinsam mit den Tiermasken-tragenden Wesen ist das Problem auch schnell gelöst. Zum Schluss setzt man sich gemeinsam gemütlich mit einer Shisha in den Garten, stellt eine Leinwand auf und betrachtet darauf Dias, die nochmals einige Bilder der Reise zeigen. Der Unterschied: Dabei sind nun auch die Menschen mit Tiermasken dabei. Was das zu bedeuten hat? Diese Frage bleibt wie so viele offen.

Fazit

„Mama“ beschreibt nicht nur einen einfachen Roadtrip. Es geht darum, einfach alles hinter sich zu lassen, einfach abzuhauen. So auch im Refrain, wo man sich nicht persönlich verabschiedet, sondern Botschaften ausrichten lässt: „Sag meinen Feinden habt mich gern.“ Video und Song harmonieren sehr gut miteinander, da sich die ruhige und ausgelassene Stimmung auch im Video wiederspiegelt. So wirkt die Reise einfach lässig und man möchte am liebsten gleich selbst losfahren. Der Text lässt einige Fragen offen und die Hörerinnen und Hörern werden dazu angeregt, sich ihre eigenen Gedanken zu machen und den Song zu interpretieren. Das macht auch Spaß und man spekuliert gerne über den Text und die Tiermasken weiter.

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