In ihrem ersten Musikvideo zu „Buddy“ nehmen uns INFAMOUS mit zu ihrer „öffentlichen Probe“ und spielen mit allseits bekannten Rockstar-Klischees.

Vor kurzem haben wir bereits über die niederösterreichische Punk, Grunge und Alternative Kombo namens INFAMOUS berichtet. Ihr Klang besticht durch Vielschichtigkeit und der mal bedrückenden, mal aufheiternden Mischung aus Sentimentalität, Aggressivität und Emotion(-slosigkeit). Um diese Klangwolke, die sie auf ihrem ersten Longplayer „INDIGO“, erschienen im Jahr 2014, ausleben, noch mehr unters Volk zu bringen, haben die drei Jungs nun ihr erstes Musikvideo veröffentlicht. Mit dieser Selbstproduktion zu ihrem aktuellen Lieblingssong am Album, „Buddy“, nehmen sie uns mit in ihren Proberaum zur sogenannten „öffentlichen Probe“.

Die öffentliche Probe

Ihren ersten Auftritt feierten Phillip Neuhauser (Gitarre und Vocals), Max Schalk (Bass und Back Vocals) und Jonathan Idinger (Schlagzeug und Back Vocals) vor knapp fünf Jahren heimelig in ihrem Proberaum. „Es war wohl eher eine hemmungslose Party mit Livemusik“, beschreibt Phillip diese etwas andere Show. Auf jeden Fall ist der Abend, wenn vielleicht auch etwas verschwommen, so fest im Gedächtnis von Fans und Freunden hängen geblieben, dass sich die „öffentliche Probe“ zu einer Tradition von INFAMOUS entwickelt hat. Diesen halbjährlichen Pflichttermin haben sie nun mit ihrer Kamera eingefangen. „Wir wollten die Probe zeigen, wie sie ist. Ohne künstliches Getue oder falsche Arroganz. Ich denke, dass uns das sehr gut gelungen ist“, erklärt Phillip die Grundidee des Musikvideos.

Drehbuch gab es dementsprechend keines. Auch das Intro ist mehr oder weniger spontan entstanden, war der plötzlich wegrollende Bus so nicht vorhergesehen. „Geplant war, dass wir stehen bleiben und aussteigen, aber aufgrund der Schrägen ist der Bus weg gerollt. Wir haben das gut gefunden und gleich so übernommen“, so Phillip. Diese ersten Szenen sollen laut den Jungs eine übertriebene Darstellung der Vorstellung von „echten“ Rockstars sein. Denn diesen sei es ja angeblich egal, wenn der Tour-Bus einfach weg rollt. Die Jungs haben ihr Gefährt aber selbstverständlich gleich wieder eingefangen.

Buntes Treiben

Im restlichen Clip der Eigenproduktion mit Hilfe von Freund und Gitarristen der Prog-Rock Band Mind Expanded, Emanuel Lobaza, feiert das junge Publikum der „öffentlichen Probe“ zu dem Song „Buddy“ ordentlich ab. Es wird getanzt, ja, auch getrunken, und nicht zuletzt mit den Instrumenten herum getobt. Getobt im wortwörtlichen Sinne, fiel Sänger Phillip während dem Dreh plötzlich in das Schlagzeug. „Wir waren sehr froh, dass wir das gefilmt hatten. Weil es ein etwas brutaler und doch sehr lustiger Zwischenfall war, musste es einfach ins Video“, gibt er lächelnd zu bemerken.

Infamous

Die drei Jungs von INFAMOUS leben ihre Leidenschaft für Grunge und Punk leidenschaftlich gerne im Kreis von Freunden aus.

Obwohl dieser „Zwischenfall“ für eine kurze musikalische Pause in der Mitte des Clips sorgt und vielleicht etwas vom Song ablenkt, fügt sich doch alles zu einem einheitlichen Bild zusammen. Die Mischung aus Live-Konzert-Flair, Garagen-Probe, einigen Schnitten und mehr oder weniger geplantem Intro bietet einen lustigen und authentischen Einblick in das musikalische Schaffen der Jungs. „Für einen relativ spontanen Dreh sind wir doch sehr zufrieden und glücklich über unser erstes Musikvideo“, freuen sich INFAMOUS.

Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“ ist bekanntlich ja auch eher der spontanen Laune entschlüpft, und auch wenn sich „Buddy“ nicht ganz in diesen Emotionsgefilden bewegt, zeigt es doch einmal mehr, dass ein Musikvideo keiner blonden, wenig bekleideten Tänzerinnen und flotter Karren bedarf, um einen Song passend zu visualisieren. Außerdem ist ein weiteres Musikvideo bereits geplant, das auch etwas mehr Handlung und ein Drehbuch haben soll.  Wir können also schon gespannt sein.

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