Kampfgeist bei Gospel Dating Service
Message
Kreativität
Umsetzung
Sound
4.7Sterne

Gospel Dating Service veröffentlichen mit „Red“ den ersten Song ihres Debütalbums und dazu gibt es nun auch das erste Musikvideo.

Hinter dem Namen „Gospel Dating Service“ steckt nicht etwa eine neue Dating-Plattform oder gar ein Gospel-Chor, sonder ein Indie-/ Alternative-Pop Trio aus Wien. Christoph Ertl (Keys und Vox), David Resch (Bass) und David Ruhmer (Drums) mit Wurzeln aus Linz und Salzburg, lassen mit ihrem groovigen Sound aufhorchen, wobei Up-Tempo auf angenehmen Soul trifft. Außergewöhnlich ist allerdings, dass sie trotz „Indie-Schiene“ komplett auf die Gitarre verzichten. Gegründet wurde die Band bereits 2011, doch mit dem jungen Wiener Label Kleio Records starten sie jetzt richtig durch.
Im Herbst, am 7. Oktober 2016, erscheint ihr Debütalbum „Champagne“, doch einen ersten Vorgeschmack gibt es schon jetzt mit ihrer ersten Singleauskopplung „Red“.

Ab in den Ring

Mit „Red“ soll ein zentrales Lebensgefühl ihrer Generation zum Ausdruck gebracht werden. Man stellt sich selber auf den Prüfstand und auch den anderen will man sich ständig beweisen. Man setzt sich selbst unter Leistungsdruck und dieser mischt sich mit einer Zukunft, die ungewiss vor einem liegt. Man stellt sich also die Frage, wann man eigentlich selbst einmal mit sich zufrieden ist und was man von sich erwartet. Dazu kommt, dass man sich mit andren messen muss und sich sozusagen im „Kampf“ gegenüber steht.

Im Musikvideo wird diese Situation mit einem Boxring besonders gut in Verbindung gebracht. Ein Mann und eine Frau stehen sich darin im Kampf gegenüber. Es wird gezeigt, wie hart sich die beiden Kontrahenten darauf vorbereiten – die Hände werden bandagiert und es wird hart trainiert. Obwohl sich vor dem Kampf eine große Anspannung aufbaut, steht der Kampfgeist im Vordergrund. Dadurch, dass sich Mann und Frau gegenüberstehen, soll veranschaulicht werden, dass das Geschlecht irrelevant ist und alles zu schaffen ist. Demnach stehen einem alle Möglichkeiten offen. Im Kampf müssen dann beide ordentlich einstecken und ein harter Schlag mitten ins Gesicht sorgt dann auch für einen blutigen Mund, was die Frau aber mit einem unverschämten Lächeln wegsteckt. Wer als Gewinner aus dem Ring steigt, bleibt allerdings offen und die Entscheidung ist dem Zuschauer selbst überlassen. Allerdings deutet alles auf ein Unentschieden hin.
Anstatt dass das Indie-Trio selbst in den Ring steigt, fungieren sie als Zuschauer, die mit Anzügen und Sonnenbrillen lässig in der ersten Reihe vor dem Ring sitzen und das Spektakel seelenruhig verfolgen.

Fazit

Bei „Red“ handelt es sich um einen Song, dessen Rhythmen zuerst gute Laune versprechen. Hört man sich den Text aber genauer an, dann wird sofort klar, welche Thematik angesprochen wird und worauf „Gospel Dating Service“ aufmerksam machen wollen. Es einem selbst, und auch anderen, immer Recht zu machen, ist nicht leicht. Der Druck steigt und auch die Zukunft sieht nicht immer ganz so rosig aus. Doch wenn man fest genug daran glaubt und darum kämpft, dann sollte alles zu bewältigen sein. Der Boxkampf zwischen Mann und Frau bringt diese Aussage auf den Punkt, doch ist man anfangs noch etwas überrascht, wenn zu Up-Tempo und Soul ein Boxkampf stattfindet. Während das Wiener-Trio zuerst noch entspannt im Auto sitzt, befindet man sich gleich mitten im Training der Kontrahenten. Zu Beginn ist es etwas schwer, einen Zusammenhang herzustellen, doch lässt man sich erst einmal auf den Text ein, ist klar, welche Message vermittelt werden soll.

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