Kunstblut, Lesben-Porno und Alkohol
Regie
Schnitt
Schauspiel
Kreativität
Song
2.9Gesamtwertung

Auch wenn sich die Überschrift wie eine Werbung für eine Horror-Burlesque-Show liest, handelt es sich dabei mehr um eine Ankündigung für Rokko Ramirez neues Video zu „Reality“. Also, Moment – eigentlich geht es doch um eine Horror-Burlesque-Show.

Kunst ist, was dich zum Nachdenken bewegt. Geht man von dieser Definition aus, ist Rokko Ramirez neues Video Kunst. Zum Nachdenken bewegt es einen auf alle Fälle, ungefähr in diese Richtung gehend: „Was zur Hölle war das?“ Und dann sieht man es sich gleich nochmal an und ist noch immer nicht viel schlauer. Das neue visuelle Werk des DJ’s ist unumstritten eines: ein ziemlich harter Mind-Fuck.

Obwohl, die Bezeichnung „DJ“ ist für Rokko Ramirez genau genommen nicht wirklich treffend. Vielmehr ist der Wunsch-Mexikaner als Gesamt-Kunstprojekt zu betrachten. Er selbst sieht sich als Bindeglied „zwischen Heavy Metal Band und einem Rock- DJ“, wobei seine Live-Shows ein wichtiger Bestandteil seines Gesamtkonzeptes sind – bei diesen dürfen Pyrotechnik und Poledance nämlich nicht fehlen. Festivalbesucher des Nova-Rock, Picture On Festival, Seerock, Donauinselfest und das Frequency Festivals durften bereits in den Geschmack seiner Live-Performances kommen.

Über den Rande des Wahnsinns

Aber zurück zum Video: selbiges beginnt noch ganz lieb mit einer gelangweilten Dame vor dem Fernseher, die zu einer netten, normalen, Alkohol und Drogen geschwängerten Fortgeh-Nacht aufbricht. Auch einen prominenten Gast hat „Reality“ zu bieten: Turbobier Frontmann Marco Pogo. Selbiger feiert im ersten Videoabschnitt anständig mit. Und dann Schnitt und Schluss mit normal. Da liegt Marco Pogo ohne jegliche Vorwarnung auf einem OP-Tisch und wird von der Dame vom Anfang des Videos, nur mit Unterwäsche und OP-Kittel bekleidet, aufgesäbelt und um seine Eingeweide erleichtert.
Barbiepuppen werden von Frauen in Krankenhauskitteln auseinander genommen und es gibt auch eine Duschszene mit leichter Anlehnung an Psycho – nur halt weniger Hitchcock und mehr Lesben-Porno.
Zu guter Letzte sitzt Marco Pogos Horrorkrankenschwester wieder vor dem Fernseher, nur dieses Mal mit schicker Zwangsjacke bekleidet und wird von zwei Herren in weißen Kitteln abtransportiert. Produziert wurde das Video übrigens von Perdurabo Film aus Wien, von denen auch das Video zum Rammelhof Track „Wladimir“ stammt.

Durch das Video kann man leicht den Song vergessen, der bei dem hier gelieferten visuellen Material leicht zur Hintergrundbeduselung wird. Hört man sich nur Song, ohne Video an, wird dieser gegen Ende etwas eintönig und die weiblichen Vocals klingen Stellenweise etwas dünn.

Weil Worte im Endeffekt nur schlecht beschreiben können, was sich Rokko Ramirez da erdacht hat, gibt es hier einfach das Video. Liebt es oder hasst es, aber egal was ihr darüber denkt – es wird euch verdutzt zurück lassen.

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