Meat Eating Lovemachines erobern das bewegte Bild
Song
Qualität
Umsetzung / Idee
3.8Sehenswert

Die oberösterreichische Truppe Meat Eating Lovemachines haben vor kurzem ihr erstes Musik-Video zum Song „Autumn Curse“ veröffentlicht. So wollen die vier Musiker nicht nur die Bühnen und CD-Player Österreichs erobern, sondern auch die Bildschirme der Nation. Wir haben uns das Video näher angesehen.

Gegründet wurde das Quartett im Jahre 2010 und besteht in der aktuellen Besetzung aus Johannes „Hannes“ Panzenböck (Drums), Thomas „Stützi“ Stütz (Guitar), Dominik „Niki“ Königsdorfer (Bass) und Luise „Lois“ Blei (Vocals). Nach dem in der Anfangsphase hauptsächlich Cover-Versionen von bekannten Songs gespielt wurden, kam bald der Wunsch nach musikalischer Selbstverwirklichung auf und so wurde 2014 die erste eigene EP mit dem klingenden Titel „Meat & Greed“ veröffentlicht und in Linz zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Stiltechnisch hat sich die Band von einer anfangs punkigen Richtung in den Bereich Crossover, Nu-Metal und Nu-Rock vorgewagt.

Der Song

„Autumn Curse“ startet gleich mit einer instrumentalen Ansage und lässt keine Zweifel, in welche Richtung das Stück gehen wird. Dieser einfache, aber trotzdem überaus passende Riff begleitet uns quer durch das über drei Minuten lange Lied. Die Rap-Passagen in den Strophen verleihen dem Ganzen etwas mehr Würze und unterstreichen natürlich die Zugehörigkeit zum Nu-Metal/-Rock. Der Chorus ist hingegen wieder clean eingesungen, lädt zum Mitsingen ein und hat nach einigen Durchläufen das Potential, einen hartnäckigen Ohrwurm in die Gehörgänge zu drücken. Das letzte Drittel, das von einer Bridge und dem Outro beherrscht wird, geht sogar noch eine Stufe weiter und überzeugt mit einem Hauch von psychedelischem Feeling und starkem Zusammenspiel aller Musiker.

Das Video

Thematisch unterstreicht das Video den Vibe, den der Song ausdrückt. Das geisterhafte Spiegelbild, das der Protagonistin Lois bis zum Schluss auf den Fersen ist, vermittelt dem Zuseher wirklich das Gefühl, dass hier alles den Bach runtergeht und sich die Dinge zum Schlechten wenden. Ich fühlte mich in den Sequenzen mit diesem „Phantom“ an Psycho-Horror-Filme wie zum Beispiel „The Ring“, „The Grudge“ und Konsorten erinnert. Der Chorus und der Schluss zeigt dann die spielende Band, was es für mich interessanter macht als reine „Story-Videos“. Aber das ist natürlich Geschmackssache.

Technisch fällt sofort das klare und gute Bild sehr positiv auf. Das ganze Video ist in Grau- und Blau-Tönen gehalten und einige Wetter-Effekte bestärken zusätzlich das Bild des drohenden Untergangs. Die Special-Effects stammen natürlich nicht aus Hollywood, sind aber im Großen und Ganzen passabel ausgefallen. Einzig der „Fall“ gegen Ende des Videos wirkt für mich etwas zu comic-haft.

Fazit

Video und Song sind solide Werke, die beide ihre Daseinsberechtigung haben. Besonders für das erste Video einer Band schlägt es sich erstaunlich gut und wirkt nie, als wäre es schnell-schnell im heimischen Garten zusammengezimmert worden, was hier dem Stil doch sehr geschadet hätte. Einen Blick kann man auf jeden Fall wagen und deshalb hier noch das gesamte Video live und in Farbe:

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