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Melancholische Planlosigkeit mit Napaea
Song
Story
Umsetzung
3.7Sterne

Ihr erstes Musikvideo zu ihrem neuesten Song „Art Thou Lost At Sea“ drehte die steirische Singer-/Songwriterin an der stimmungsvollen englischen Küste.

Folksängerin Katharina Milchrahm alias Napaea präsentiert mit „Art Thou Lost At Sea“ nicht nur ihr erstes professionelles Musikvideo, sondern offenbart uns auch einen Einblick in ihr Selbst. Der Song erzählt von der unter so ziemlich allen Studenten verhassten Frage danach, was sie denn später einmal machen wollen. Die Botschaft, dass es vorrangig aber um das Hier und Jetzt gehen sollte, verpackt Katharina gemeinsam mit ihrer Band in einen eingängigen Seemanns-Folksong. Dazu passt natürlich nichts besser als die melancholische Stimmung der englischen Küstenregion.

Englisches Flair

„Art Thou Lost At Sea“ (c) Napaea

Die Idee, den Drehort des Videos nach England zu verlagern, entstand bei dem gemeinsamen Tüfteln mit dem Videoproduzenten Moritz Dörflinger. Katharina verbrachte das Semester ohnehin gerade wegen ihres Studiums in Manchester. Warum also nicht die Kamera einpacken und die junge Steirerin in ihrer geliebten und inspirierenden Umgebung einfangen? Das Ergebnis des nur einen Tag andauernden Drehs kann sich durchaus sehen lassen. Die Singer-/Songwriterin ist eindeutig in ihrem Element, wenn sie im gelben Regenmantel die Küste entlangläuft, im Regen tanzt und sich an Popcorn erfreut.

Dabei verweist die melancholische Meeresstimmung, die fast von zu viel Sonne gefährdet worden wäre, immer wieder auf die Geschichte des Songs. Beinahe jede Textzeile wurde in eine Videoszene übersetzt, was den Inhalt des Songs – wenn auch verpackt in die Klippen-Metapher – verdeutlicht. „Das Video zeigt, wie ich mit allen Mitteln versuche, irgendjemanden oder irgendetwas zu finden, aber nur durch die Gegend irre und schlussendlich an den Klippen am Meer ende“, erzählt Katharina. Das Ende der Geschichte lässt sie dabei offen: Ein letzter Blick auf die Weite des Meeres lässt nur vermuten, ob sie gefunden hat, was sie gesucht hat.

Erlebnis Video-Dreh

Neben all der Melancholie fand das Filmteam – bestehend aus Katharina, Produzenten Dörflinger und Bassisten Christian Vo – aber auch einige Zeit für Spaß am Set. Katharina wurde beispielsweise nichtsahnend am Brighton Pier von einer Seemöwe attackiert, die es auf ihr Eis abgesehen hatte. „Einen anderen Schreckensmoment erlebten wir, als Christian nach dem zwölf-Stunden-Drehtag aus Versehen auf der rechten Straßenseite fuhr“, erinnert sich Katharina, es sei allerdings alles noch einmal gut gegangen. Außerdem wäre das ganze Projekt beinahe buchstäblich ins Wasser gefallen, als Kameramann Dörflinger auf einem Felsen ausrutschte und ins Meer fiel. „Dank seiner übermenschlichen Reflexe hat er es aber geschafft, die Kamera vor dem Wasser zu retten“, so Katharina.

Was man der Studentin im Musikvideo gar nicht ansieht ist, dass es für sie das erste Mal vor der Kamera war. Unwohl hätte sie sich dabei überhaupt nicht gefühlt, immerhin standen die drei unter massivem Zeitdruck, sodass für zu viel Nachdenken gar keine Zeit blieb. Wie auch deutlich im Video zu erkennen, haben die Dreharbeiten vor allem Spaß gemacht. Zu den Lieblingsmomenten Katharinas zählen unter anderem die Szenen ihm Regen. „Da hab ich gar nicht mehr dran gedacht, dass ich gefilmt werde, und bin tanzend durch den Regen gelaufen, weil’s so schön war“, erzählt Katharina und beweist einmal mehr Authentizität.

Fazit

„Art Thou Lost At Sea“ ist definitiv eine Empfehlung für alle Folksong-Liebhaber. Der Song geht ins Ohr und die charakteristische Stimme von Napaea verleiht jedem Takt zusätzlich eine besondere Note. In Kombination mit den professionellen und harmonischen Visuals präsentiert die junge Künstlerin somit ein überaus gelungenes erstes Musikvideo, das ihren Fans einmal mehr zeigt, wer sie eigentlich ist.

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