Mit A Life, A Song, A Cigarette auf der Suche nach dem Beginn der Liebe
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4.4STERNE

Im Jänner veröffentlichte die Alternative Pop-Band A Life, A Song, A Cigarette ihr neues Album namens „All That Glitters Is Not Gold“. Mit „Take Me Back“ brachten die fünf Wiener nun die dritte Singleauskopplung ihres vierten Longplayers auf den Markt.

A Life, A Song, A Cigarette, das sind Stephan Stanzel (Gesang), Martin Knobloch (Bass), Hannes Wirth (Gitarre), Lukas Lauermann (Cello) und Daniel Grailach (Schlagzeug). Seit über zehn Jahren ist die Band bereits aktiv und erlebte in ihrer Karriere einige Ups and Downs. Mit ihrem vierten Album glückte der Band der vorgenommene Neustart. „All That Glitters Is Not Gold“ präsentiert sich als ein intimes und entschleunigtes Werk, das vor lebensbejahender Melancholie und opulenten Klanglandschaften nur so strotzt. Die kürzlich präsentierte Single „Take Me Back“ macht da keine Ausnahme. Es handelt sich bei dem Song um ein wunderschönes Stück, das zwischen Herzschmerz und Hoffnung pendelt. Die sehnsuchtsvolle Instrumentierung kämpft gegen die dramatische Thematik an, trotzdem bleibt das Lied leichtfüßig und hoch atmosphärisch.

Szenen einer Beziehung

Das dazu erschienene Video unterstreicht die Musik und den Textinhalt. Wir treffen auf ein Pärchen, das (angezogen) in der Badewanne sitzt. Verschiedene Szenen aus dem Lauf einer Beziehung werden nachgespielt. Vom anfänglichen Kennenlernen beim Spazierengehen im herbstlichen Park, hin zum ersten Date, der ersten gemeinsamen Wohnung, dem Alltag, wie ihn nur zwei frisch Verliebte erleben können. Dennoch handelt das Video im Grunde vom Verlorengehen der Liebe in einer Beziehung. So wird der Zuseher auch Zeuge vom Abstumpfen der Liebe. Das Ausgehen in Restaurants hat sich geändert. Jeder Partner widmet sich lieber seiner eigenen Weinflasche als seinem Gegenüber. Es wird nicht mehr gemeinsam im Taxi bei der Heimfahrt gelacht und gekuschelt, sondern nur mehr auf das Handy geschaut. Der romantische Liebesakt vor dem Einschlafen fällt weg, wenn überhaupt gibt es einen kleinen Gutenachtkuss auf die Wange.

Der Song selbst erzählt musikalisch eine ähnliche Geschichte, allerdings schwingt hier die Sehnsucht mit, dass man sich zurück zum Start wünscht, zurück zum Beginn der Liebe. Dennoch ist der Text keineswegs hoffnungslos hoffnungsvoll. Warum überhaupt zurück zum Anfang wollen, wenn die Romanze ab dort doch wieder den gleichen Ablauf finden wird? „Another creepy chord, a new beginning / another romance, another try / another coma, another lie”, singt Sänger Stanzel überzeugt. Ein Happy End hat das Lied „Take Me Back“ nicht parat, das dazugehörige Video von Regisseur Moritz Stieber noch weniger. Mit einem Streit, einer Ohrfeige und Dunkelheit endet das Video und die Beziehung.

Das mit einfachen Mitteln gedrehte optische Werk ist wegen des fehlenden Happy Ends natürlich keine leichte Kost, aber allemal sehenswert. Der wunderbare Song ist es sowieso wert, sich mit ihm zu beschäftigen. Hier bei uns könnt ihr euch beides einverleiben.

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