Mit Femme Schmidt episodisch zum neuen Album
Spannung
zusammenhängende Geschichten
Unterhaltungsfaktor
Qualität
4.0STERNE

Die Singer-Songwriterin Femme Schmidt verfolgt derzeit ein Videoprojekt, das bis zur Veröffentlichung ihres neuen Albums „RAW“ eine Geschichte erzählt. Bisher sind vier Episoden erschienen, in denen sie uns ihren Plan von reiner, ehrlicher Liebe vorstellt.

Femme Schmidt heißt eigentlich mit bürgerlichem Namen Elisa Schmidt. 2011 veröffentlichte sie ihre erste EP „Above Sin City“ und begleitete unter anderem Melanie C. als Support auf ihrer Tour. Für ihr anstehendes Album, das am 4. März erscheint, hat sie sich eine ausgefallene Werbestrategie einfallen lassen. Mehrere Videos, die einzelne Episoden erzählen, sollen auf die Platte aufmerksam machen. Ihr erstes Video beginnt dazu mit Szenen, die das Leben in all seinen Facetten widerspiegeln sollen. Dazu spricht die Künstlerin einige poetisch angehauchte Sätze auf Englisch, bei denen vor allem die Aussage: „Are we fools to believe in love?“ („Sind wir verrückt, an die Liebe zu glauben?“) hängen bleibt. Anschließend folgen Ausschnitte, die die Sängerin bei ihrer Arbeit und privat zeigen. Jetzt kommt zu den überwiegend schwarz-weißen Bildern allmählich Musik und Femme Schmidt beginnt, den Song „Loving Forces“ zu singen. Die Episode endet mit einem kurzen Schwenk auf eine Person, die an der U-Bahn-Station wartet.

Geschichten unabhängig voneinander

Wer gedacht hat, die erste Episode würde nun im zweiten Video weitererzählt werden, den enttäuscht die Berlinerin. Im zweiten Clip gibt es eine Kostprobe des Songs „To the Edge“ zu hören. Das Bild wechselt zwischen einer gefesselten Femme Schmidt und der Künstlerin in einer Kirche.

Auch diese Episode endet wieder offen. Der Blick auf ein Fenster am Ende lässt erwarten, dass Episode drei die Geschichte weitererzählt. Und tatsächlich, diesmal beginnt das Video mit der bereits bekannten Kirche – wenn auch diesmal von außen. Danach wechselt das Bild in eine U-Bahn-Station (vielleicht vom ersten Video?), bevor Femme Schmidt vor einer Autobeleuchtung aufreizende Moves zum Besten gibt. Der Song „Raw“ ist diesmal das musikalische Thema des Clips. Sie erzählt im Track, dass sie Regeln brechen will und heute Nacht die ungezügelte Liebe spüren will.

Das neuste Video, Episode IV, ist erst vor wenigen Tagen am 25. Februar erschienen. Femme Schmidt nimmt ihre Fans mit zu einem bislang unbekannten See, zu dem sie mit dem Auto unterwegs ist. Sie leitet das Video mit den Worten „The fairytale was a lie. The happy ending ripped from my story“ (dt.: Das Märchen war eine Lüge. Das Happy End fehlt in meiner Geschichte) ein, was zu einer düsteren Stimmung führt. Der trübe Himmel und das Herbstlaub tun dann noch ihr Übriges bis Femme Schmidt mit dem Song „The Music“ einstimmt. Gegen Ende des Clips bleibt die Künstlerin nachts mit ihrem Auto liegen und ein zweiter Wagen erscheint auf der Bildfläche. Die Scheinwerfer sind jedoch nicht unbekannt: In Video Nummer drei hat Femme Schmidt sich vor genau diesen Lichtern aufreizend geräkelt.

Effektive Werbestrategie

Die Geschichte, die Femme Schmidt erzählen will, scheint noch nicht zu Ende zu sein. Bis zur Veröffentlichung ihres Albums am 4. März gibt es sicher noch ein Video, das hoffentlich die Verwirrung ein wenig auflöst. Ansonsten schafft sie es dank offener Enden, den Zuschauer zu fesseln, sodass er sich das nächste Video ansehen will. Die Songs werden nur angeschnitten und sorgen so für den Ohrwurm-Effekt, der Femme Schmidt beim potentiellen Käufer noch präsenter macht. Ihre lasziven Bewegungen und die verführerisch gehauchten Worte der Sängerin tun dabei dann noch ihr Übriges. Trotzdem muss man zum jetzigen Zeitpunkt zugeben, dass die Geschichte noch sehr verworren wirkt.

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