Mynth als Aquarell mit "Turbit"
Sound
Vocals
Lyrics
Camera Work
Creativity
4.2STERNE

Wenn ein Geschwisterpärchen durchstartet und gegensätzlicher nicht sein könnte, dann handelt es sich in jedem Fall um die Newcomer Band „Mynth“ – bestehend aus den Zwillingen Mario und Giovanna Fartacek. Die beiden punkten mit ihrem minimalistischen und melancholischen Musikansatz. Ihre neue Single „Turbit“ ist nun am Markt.

Mit ihrer neuen Single „Turbit“ mischen die beiden zurzeit die Electro-Szene auf – und das zurecht. Auf ihren Debütalbum „Plaat II“ warten eindringliche und melancholische Melodien. „Turbid“ ist einer der insgesamt zwölf Tracks. Wie der Name ihrer neuen Single (zu deutsch „trüb“) schon vermuten lässt, wird es inhaltlich etwas düsterer. Der Mensch als ein tiefes, dunkles Gewässer, kalt und undurchschaubar. Er lässt keinen klaren Gedanken fassen. Am Ende bleibt eine Warnung. Der Text lässt somit sehr viel Interpretationsspielraum – ein schönes Werk.

„don’t get in the water
it is not the sea
it is dark and blurry
as you see me“

Melancholisches Aquarell

Das Video ist – um dem Titel gerecht zu werden – ebenso sehr trüb und düster gehalten. Die jungen Musiker werden im Musikvideo meist abwechselnd und manchmal mit ihren Musikinstrumenten gezeigt. Ziemlich cool und passend zu den markanten Farben im Video wirken die gespiegelten Bildsequenzen der beiden. Auffallend sind auch die animierten dunklen Tintenkleckse. Diese sind durchgehend im Video zu sehen und setzen gleichzeitig mit den stimmigen Melodien ein. Es entsteht eine Art schwarzes Aquarell, das fast schon eine beruhigende Wirkung hat. Passend zum Sound wird musikalisch mitgezeichnet. Ansonsten ist das Video relativ minimalistisch gehalten, wirkt aber dennoch sehr künstlerisch inszeniert. Dieses Aufeinanderfolgen von sanften und markanten Klängen macht Lust auf mehr. Ab Minute 0:30 fängt Giovanna übrigens zum Singen an.

Das Zwillingsduo aus Salzburg ist dem Genre Electronic-Fusion-Pop zuzuordnen. Zusammen bringen sie unglaublich eindringliche Melodien zustande – das ist im Alltag nicht immer ganz so einfach. Wenn es ums Songschreiben geht, könnten die beiden nicht unterschiedlicher sein. Giovanna schreibt am liebsten im Freien, des Öfteren sogar im Wald, ihre Texte. Beim Spazierengehen kann sie gut abschalten und sich inspirieren lassen. Ihre Vocals nimmt die junge Salzburgerin dann stets zuhause in ihrem Zimmer auf. Ihr Bruder Mario hingegen gestaltet das Soundtüfteln ein bisschen unruhiger. Er kann am besten unter Druck arbeiten. Die Hektik hilft ihm, sich voll und ganz den Musikprojekten hinzugeben. Wer nun denkt, das könnte musiktechnisch etwas hinderlich sein, der hat sich getäuscht. Mynth ist das Ergebnis der Schokoladenseite beider Zwillinge.

(c) Matthias Hombauer

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