Neues Video zu Mile me deaf's Blowout
Song
Kreativität
Qualität
4.5Sterne

Ambitionierten Hörern der heimischen Alternative-Radios dürfte es in den letzten Tagen nicht entgangen sein, der Song Blowout von den großartigen Wiener Popkünstlern Mile me deaf. Jetzt, am 19. Juli 2016, wurde das dazugehörige Video veröffentlicht. Wir haben uns natürlich darauf gestürzt.

Oh ja, Mile me deaf. Bei eingefleischten Fans der anspruchsvolleren Popmusik und des Alternative löst alleine schon der Bandname angenehme Schauer am Rücken aus. Den selben Effekt verursacht auch das neueste musikalische Baby der vier Burschen aus Wien aus: die Singel „Blowout“. Während die Vocals gleichmütig dahin gesungen werden und den Zuhörer abdriften lassen, lehren sie einen auch auf schwer beschreibbare Art das Grausen. Vielleicht eben, weil sie so distanziert daher kommen und man dennoch schon beim ersten Hören eine unterschwellige, kalte Brutalität hinter dem neuen Schaffenswerk von Mile me deaf vermutet. Wobei mit kalter Brutalität nicht unbedingt physische Gewalt gemeint ist, sondern solche psychischer Natur – Abgeschiedenheit, Melancholie. Brutalität mit einer Tendenz zur nackten Hoffnungslosigkeit, die eben auch durch die überbetonte Leichtigkeit und den verwaschenen Sound im Song mitschwingt.

Musik für laue Abendstunden

Obwohl sich diese Beschreibung eher nach einem Song für den Herbst anhört, ist „Blowout“ ein eindeutiger Sommer-Track. Das perfekte Lied, um während des Überganges zwischen nachmittäglicher Hitze und lauen Abendstunden durch die Stadt zu laufen, mit den Headphones am Kopf, und einfach mal an nichts zu denken und sich treiben zu lassen. Der Song besteht übrigens unter anderem aus Komponenten slowenischer Volksmusik und dem Titelsong von „Akira“, dem Anime Klassiker aus der Feder von Katsuhiro Otomo.

Nun aber zum Video selbst. Wie der Track, so ist auch das Video etwas verwaschen und in andächtigem Tempo gehalten. Von der Farbgebung her hat die optische Umsetzung von „Blowout“ einen leichten Stich ins Magenta-farbene, was für nostalgische Gefühle sorgt. Im Video veranstalten die vier von Mile me deaf mitten in der Pampa ein Rennen mit ferngesteuerten Autos, denen mit Montageschaum auch noch ein Gesicht verpasst worden ist. Allein schon wegen der Optik der Autos zahlt es sich aus, das Video anzusehen. Die Flitzer erinnern durch ihre Aufmachung an die abgedrehten Comics von Johnny Ryan. Das Video klingt nach dem Autorennen rein instrumental aus, der Gesang verstummt. Im Bild bleiben nur die zurückgelassenen Autos.

Alle Fans von Mile me deaf dürfen sich auf ein neues Album freuen, für das „Blowout“ ein Vorbote ist. Wer auf keinen Fall so lange warten kann, kann sich bei Siluh Records schon mal die Singel holen.

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