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Schmieds Puls - Schluss mit lieb
Idee
Kameraführung
Song
3.9STERNE

Mit ihrer neuen, am 29. August veröffentlichten Single „Easy“ lassen Schmieds Puls nach ihrem ebenfalls dieses Jahr veröffentlichten Song „Streets“ wieder von sich hören.

„Schluss mit lieb“ mag als Überschrift etwas verwirrend klingen, wenn man den eigentlich noch ganz sanften Tönen von Sängerin und Gitarristin Mira Lu Kovacs des Wiener Trios Schmieds Puls lauscht, das außer aus Mira noch aus Christian Grobauer und Walter Singer besteht. Doch kann man den gefährlichen Unterton in „Easy“ nicht leugnen, der die sanften und lieblichen Gitarrenklänge Lügen straft und auch die Textzeilen verraten ein gewisses Zornpotential der Wiener.

Seit 2011 ist Mira Lu Kovacs als Solo-Künstlerin unterwegs, inspiriert von einer Reise quer durch Amerika von der Ost- bis zur West-Küste. 2012 lernte Mira Christian und Walter kennen, die sie auf einem Festivalkonzert auf der Bühne mit Drums und Kontrabass unterstützen. Die drei funktionierten so gut zusammen, dass sie beschlossen, Schmieds Puls zu gründen und seitdem sind sie im musikalischen Trio unterwegs. In der Zwischenzeit kann die Wiener Band zwei veröffentlichte Alben verzeichnen: ihr 2013 erschienenes Debütalbum „Play Dead“, das bei Jazzwerkstatt Records erschienen ist, und das 2015 bei Seayou Records herausgebrachte „I care a little less about everything now“.

Das bessere Homevideo

„Easy“ ist ein verteufeltes kleines Stück. Das Video zeugt von einer rudimentären Ästhetik und erinnert an einen Streifen einer 80er-Jahre Teenie-Garagenband, bei der die kleine Schwester mit der geklauten Videokamera der Eltern filmt. Tatsächlich hat die Kameraarbeit zu „Easy“ Liesa Kovacs übernommen, bei der man zumindest aufgrund der Namensgleichheit mit Mira davon ausgehen kann, dass es sich hierbei um ihre Schwester handelt. Das die flimmernde, Homevideo ähnliche Optik gewollt und Ergebnis eines wohlüberlegten konzeptuellen Entstehungsprozesses ist, liegt auch auf der Hand. Nicht zuletzt deswegen, weil es sich bei Liesa Kovacs um eine begabte Videoinstallateurin handelt, die unter anderem beim kunstvollen queer-feministischen Streifen „Femme Brutale“ Regie geführt hat.

Im Video sind die drei von Schmieds Puls an ihren Instrumenten zu sehen, das Gesamtwerk kommt ohne Schnitt aus. Über das Video wurde ein Filter gelegt, bzw. durch die Aufnahmequalität der Kamera erscheinen die Farben künstlich ausgebleicht. Mit Hilfe der gekonnten Kameraführung wird der eigentlich nicht vorhandenen Handlung doch Leben eingehaucht und dem Film eine stille, von brechendem Sonnenlicht umspielte Schönheit verliehen. Der Song ist ein Werk ganz im Schmieds Puls-Stil. Ruhig, höflich, zurückhaltend. Nur, dass „Easy“ eben das Liebe und Verträumte fehlt, eher ziert er sich und zeigt sich reserviert und durchaus auch verärgert. Aber eben freundlich, lächelnd, zornig und nicht offensichtlich.

Mit „Easy“ haben Schmieds Puls eine ruhige und angenehme Pop-Nummer geschaffen, deren akustisches Ambiente durch das Video unterstrichen wird. Auch live kann man Schmieds Puls heuer noch in Österreich sehen und zwar an folgenden Terminen:

Wann & Wo?

14. September: Dornbirn @ Spielboden
16. September: Salzburg @ tba
17. September: Mürzzuschlag @ Kunsthaus Mürz

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