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Titus Probst über wenig nette Menschen
Konzept
Kreativität
Lyrics
Song
2.5Sterne

Wasserstoffblond, oft mit getönter Sonnenbrille und locker flockigem Hüftschwung unterwegs. Richtig, die Rede ist von Titus Probst. Der junge Grazer hat nämlich einen neuen Song heraus gebracht, der da heißt „So bist du“.

Manche Kunstfiguren in der Musikgeschichte sind so skurril, dass ihr eigentliches Schaffen völlig hinter der Person verschwindet. Der Gesang wird zum Nebenprodukt, zur Begründung, aber nicht zum Grund, weshalb auf den Künstler Aufmerksamkeit gerichtet wird. So ähnlich mag es mit Titus Probst sein.

Der Glasbläser, der auszog um Sänger zu werden

Bekannt wurde Titus Probst für seinen Song „Nur wegen dir“. Nebst Bekenntnissen der substanzbedingten Selbstzerstörung ist und bleibt „Nur wegen dir“ ein Liebeslied, wenn auch eines von der angepissten Sorte. Der Song verzeichnet mittlerweile seit seiner Veröffentlichung vor drei Jahren auf YouTube über stolze 10.555 Klicks. Da das mit der Single so gut funktioniert hat, versucht sich Titus seitdem auch an einer YouTube Serie mit dem Titel „Sauber & Sicher“, in der er seinen Zuschauern unter anderem die hohe Kunst des gefahrenlosen Burzelbaum-Schlagens nahe bringt. Auch einen Film mit und über Titus Probst gibt es: „Wie ich sein will“ ist zwischen 50 und 70 Prozent als autobiografisch zu verstehen. Der Streifen lief unter anderem in Wien im Tonkino Saalbau und im Rechbauerkino in Graz. Wäre dem allen nicht genug, ist Titus Probst so nebenbei auch noch als DJ unter dem Pseudonym Synthe Kurt unterwegs, als der er mitunter beim Rostfest heuer aufgelegt hat. Wie man sieht, ist Herr Probst mehr als umtriebig, gelernt hat er allerdings etwas vollkommen anderes und zwar Glasbläser.

Giraffen und Karaffen

Soviel zum Künstler, wenden wir uns nun der Kunst, also dem neuen Song, zu. Dieser trägt den Titel „So bist du“ und wurde Mitte April veröffentlicht. Laut Beschreibung unter dem Video sind sowohl der Song als auch das dazugehörige Video an einem Tag entstanden. Ob es der selbe Tag war, bleibt der eigenen Interpretation überlassen. Da man nach dem Ansehen des Videos allerdings vermuten kann, dass die Produktion sich nicht als besonders schwierig gestaltet hat, kann man davon ausgehen. Die Lyriks sind etwas verquer, der Song beginnt zum Beispiel mit den Zeilen „Ich reite auf einer Giraffe“ und geht weiter mit „Ich will deine Karaffe mitnehmen“. Sonderlich viel Liebe empfindet Titus für die Person, oder die Personen, die in „So bist du“ beschrieben werden, eindeutig nicht. „Du kostest mir nur Angst“, singt er zum Beispiel, während im Video drei Titus Probste in Rot auf violettem Hintergrund in die Kamera singen. Mehr passiert von der Handlung her auch im gesamten Video nicht – ein Höhepunkt ist noch, als sich ein roter Fleck vom Titus ganz rechts löst und über den violetten Bildrand zum mittleren Titus kriecht.

Das Gesamtwerk „So bist du“ ist sicher gewöhnungsbedürftig und nicht jeder Manns Sache. „Ein klein wenig schrullig und verschroben“, ist als Bezeichnung noch etwas untertrieben. Dann haben die Texte aber auch wieder etwas an sich und die Instrumentals am Beginn des Songs sind sogar mehr als nur eingängig. Im Endeffekt ist es vielleicht am besten, wenn man Titus Probst einfach bestehend aus einem Drittel Kunstprojekt, einem Drittel Kabarettist und einem Drittel reale Person betrachtet und auch seine Songs dementsprechend bewertet.

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