Es ist geschafft: die “Crowd” hat gesprochen a.k.a. gefundet und somit ermöglicht, dass das mittlerweile schon legendäre Pealfestival auch heuer von 9.-10. September wieder stattfinden kann.

Das bedeutet, dass sich die Route 69 in Leutschach für zwei Tage in ein lauschiges Festival-Dörfchen all inclusive verwandelt, das alle Erwartungen an ein eben solches erfüllt: Lagerfeuer, Trommelkreise, Akro-Joga-Praktizierende, ein buntes Getummel aus Alt und Jung, barfuß Tanzenden, Bemalten, Träumenden, Verliebten, sympathischen Verrückten und natürlich jede Menge Musik (dazu im Detail später).

Wer einmal auf diesem Festival war weiß: Selbst der größte Misanthrop möchte nach diesen zwei Tagen bedingt durch eine Überdosis gute Laune die Welt umarmen und seinen Namen tanzen. Das Festival ist recht klein, aber genau das macht es so besonders. Die Route 69 besteht aus einem Gasthaus (Festivalerprobte wissen: das ist ein Vorteil, denn Gasthaus ersetzt Dixieklo), einer großen Wiese auf der gecampt, getanzt und gechillt werden kann und einem Kornspeicher, in dem im Anschluss an die Bands noch bis in die frühen Morgenstunden aufgelegt wird. Fad wird einem am Peal nie; es gibt eine Reihe von Workshops: Upcycling – wie bastel ich neue Sachen aus Müll, Cyanotypie – dahinter verbirgt sich das Bedrucken von Shirts im Stil des Marmota-Kollektivs und Trommeln – selbsterklärend). Einkaufen kann man auch: Wer schon immer ein schickes buntes Wandtuch oder eine dieser weiten Leinenhosen haben wollte, this is your chance. Und auch die Kulinarik ist sehr zu empfehlen. Statt der üblichen schnöden Schnitzelsemmel gibt’s am Peal vegetarische Gaumenfreuden aus sonnengereiftem Gemüse. Und super Frühstück mit frischen Tomaten.

Authentisch, familiär, unkommerziell

Was das Pealfestival zum wohl sympathischsten Festival des Jahres macht, ist, dass es ein Gesicht hat. Hinter dem Festival steckt ein junges Team, das das ganze Jahr über sehr viel Arbeit und Herzblut investiert, damit das Peal in voller Pracht stattfinden kann. Man merkt, dass dieses Festival keinen Gewinninteressen entspringt, sondern einem tatsächlichen Bedürfnis, eine schöne, gemütliche und unvergessliche Musik-und-Mehr-Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Und das gelingt mit jedem Jahr besser – das heurige Crowdfundingvideo ist beispielsweise schon ein liebevoll produziertes Kunstwerk für sich:

Ein vielversprechendes Lineup

Musikalisch ist das Festival bunt wie seine Besucher und Innen: Heuer gibt es – und das ist wirklich ein Highlight und für sich Grund, hinzufahren – Attwenger als Headliner. Attwenger machen „Singsang im oberösterreichischen Dialekt“, der auf skurril-avantgardistische Weise Volksmusik mit elektronischen Elementen verbindet. Gerade haben sie ihr achtes Studioalbum „Spot“ rausgebracht, auf dem sich – man halte sich fest – zwölf Stücke mit einer Länge von zwei Minuten konsequent mit elf Jingles um die 60 Sekunden abwechseln. Weitere Acts, wegen denen es sich auszahlt, sich noch schnell ein Ticket fürs Festival zu sichern (das geht übrigens hier), sind: Skero (mit DJ Chrisfader) – den kennt man seit „Kabinenparty“ und der ist hip, weil er schon vor Wanda und Co. im Wiener Dialekt gerappt hat. GrazerInnen werden sich freuen, dass einige Acts, die wir von zuhause kennen und lieben, mit dabei sind. Da wäre Paul Wako am Didgeridoo (mit dem er sonst gemeinsam  mit Festival-Mitveranstalter Fabian Schramm in der hörens- und vor allem sehenswerten Music-to-go Kombo FBY auf dem Musikfahrrad durch Graz radelt). Mit dabei sind heuer auch die Funkrockpopper Assaia, die erfahrungsgemäß für Bombenstimmung und Gänsehautmomente sorgen, sowie die Percussion-Gruppe Vento Sul, die mit Samba und Raggae-Rhythmen einen weiteren Grund geben, flaches, tanzbegünstigendes Schuhwerk zu wählen. Man darf sich – wohl zu späterer Stunde – auch auf Drum’n’Bass Techno der Band Air Rapide freuen sowie auf Elektro von Hertzinger. Da bleibt nur noch zu hoffen, dass das Wetter mitspielt (aber selbst wenn nicht, das Peal ist sogar bei Regen und Schlamm einen Ausflug ins schöne Leutschach wert). In diesem Sinne: Freut euch auf September.

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