Schepperndes Schlagzeug, fetzige Gitarrenriffs, garagiger Charme – nicht gerade die Zutaten, aus denen Folkrock sonst gemacht ist.

Doch die zwei Kalifornier Adam Stephens (Gesang, Gitarre, Mundharmonika) und Tyson Vogel (Schlagzeug, Gesang), die ihren Bandnamen von der Kurzgeschichte „Dubliner“ von James Joyce entliehen haben, zimmern aus diesen unterschiedlichen Bausteinen ihre Vorstellung von Musik, die oft Folkrock genannt wird. Das beinhaltet punkige Do-It-Yourself-Soundästhetik, Ska-Anleihen, eine große Portion Blues und eine anständige Prise Krach.

Vom kalifornischen Kindergarten in das studentische Graz

Die beiden Musiker, die sich angeblich nach einer handfesten Prügelei im Kindergarten kennenlernten und danach eine dicke Freundschaft schlossen, gründeten 2002 die Band Two Gallants. Ab diesem Punkt war es ein steiler und steiniger Weg, der sie nun am 04. November 2015 nach Graz führt. Gerüchten zufolge spielten die beiden Jungs ihr erstes Konzert in einer Bushaltestelle in San Francisco. Viele Konzerte in Galerien, Bars und irgendwann dann auch Clubs später, erspielten sich Stephens und Vogel den Ruf einer aufregenden und hart arbeitenden Band. Fünf Alben hat das Duo seitdem veröffentlicht. Ihr letztes Werk „We Are Undone“ erschien im Februar diesen Jahres und führt die beiden Kalifornier nun auch in die Grazer Postgarage.

Melancholisch, intensiv, triumphal

Das neue Album knüpft musikalisch am Vorgänger „The Bloom And The Blight“ (2012) an. Innerhalb nur eines Monates wurde „We Are Undone“ im Norden Kaliforniens mithilfe des Produzenten Karl Derfler, der auch schon mit Tom Waits arbeitete, aus dem Boden gestampft. Auch auf dem neuen Longplayer pflegt das Duo weiterhin ihren unnachahmlichen Punk-Blues-Folk-Rock-Stil. Im Herzen sind ihre Lieder druckvolle Rocksongs, wobei sie aber auch nicht vor ruhigen Tönen zurückschrecken. Man höre hier die wunderschön verspielte Fingerpicking-Ballade „Katie Kruelly“, die von einer verflossenen Liebe handelt. Los geht das Album allerdings mit dem Titelsong, der auf einem mächtigen, reverbgetränkten Gitarrenriff aufbaut und mit einer triumphalen Melodie aufwartet, wie sie sich in ähnlich majestätischer Weise noch öfter am Album findet. Es folgen die zwei verzerrten Indie-Rock-Hits „Incidental“ und „Fools like us“, die man sich mit ihren stampfenden Beats und Breakdowns auch gut von Fußballfans gesungen vorstellen könnte.

Im Allgemeinen ist der Sound von Two Gallants oft düster und zumeist episch. Eine besondere Melancholie wohnt ihren musikalischen Werken inne, die sich häufig mit sozialkritischen Themen auseinander setzen. Vereint werden alle Songs durch die raue Stimme Stephens, die einen hohen Wiedererkennungswert besitzt. Die E-Gitarre des Sängers rotzt, kreischt und zerrt permanent und zeugt dadurch von einer gewissen Gefährlichkeit. Stephens Gitarrenspiel möchte man ob seiner Dreckigkeit eher im Genre des Grunge ansiedeln. Doch genau diese Verdrehungen und das nahtlose Übergreifen unterschiedlicher Genres wie Punk und Country machen die Besonderheit der Band aus. Wie genau man die Musik von Two Gallants kategorisieren möchte, bleibt dabei jedem selbst überlassen. Fest steht allerdings, dass die Songs, egal aus welcher Richtung sie nun auch kommen mögen, wunderbar intensiv ausfallen.

Also lasst euch die Chance nicht entgehen, diese aufregende Band am 04. November in der Grazer Postgarage zu bestaunen. Rockt mit ihnen, leidet mit ihnen, feiert mit ihnen – denn Two Gallants werden all das und noch viel mehr bieten.

Hard Facts

Datum: 04. November 2015
Uhrzeit: 20:00 Uhr
Location: Postgarage, Dreihackengasse 42, 8020 Graz
Tickets erhältlich bei oeticket

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