Die vier jungen Kölner von AnnenMayKantereit beehren am 18. September das Grazer PPC und bringen tanzbaren Poprock mit authentischen deutschen Texten mit.

„Und du wirst 21, 22, 23 und du kannst noch gar nicht wissen, was du willst. Und du wirst 24, 25, 26 und du tanzt nicht mehr wie früher.“ Mit diesen Zeilen setzen AnnenMayKantereit dazu an, das Lebensgefühl der frühen (und auch der leider nicht mehr so frühen) Zwanziger in wenigen Worten einzufangen, und eine stetig wachsende Zahl an Fans findet sich in diesen und anderen Zeilen der Kölner Band wieder. Christopher Annen, Henning May und Severin Kantereit haben sich 2011 zusammengefunden, um uns Sätze wie „Und du sagst, das liegt alles nicht an dir und bestellst dir noch ein Bier. Und wenn ich dich dann frage was du werden willst, dann sagst du immer nur ‚Ich weiß nicht. Hauptsache nicht Mitte 30‘.“ entgegenzuschleudern. Ja, eh klar, so sieht’s in vielen Köpfen aus. Aber gut, dass es mal jemand in dieser Deutlichkeit sagt.

Auf der Straße

Der Beginn der deutschen Poprock-Band liegt sozusagen auf der Straße, wo die drei Schulfreunde zusammen ihre ersten musikalischen Gehversuche wagten. 2013 kam dann das in Eigenregie aufgenommene erste Album, das ebenfalls „draußen“ aufgenommen wurde und unter anderem „Barfuß am Klavier“ enthält. Darin wird morgens barfuß am Klavier sitzend über eine nicht wirklich gefundene Liebe sinniert. Intensiv wird es auch bei „Wohin du gehst“, wenn von einem Menschen, der einem früher sehr nahe stand, nun aber aus dem eigenen Leben so gut wie verschwunden ist, die Rede ist. Dabei sorgt nicht nur der Text, sondern auch Henning Mays sehr tiefe und raue Stimme, die in krassem Kontrast zu seinem fast zierlichen Äußeren steht, für Gänsehaut. Man merkt sofort, dass dieser junge Mann es verdammt ernst meint.

Eine EP via Crowdfunding

Als nächsten Schritt finanzierten sich die drei Gründungsmitglieder, die mittlerweile vom Bassisten Malte Huck unterstützt werden, eine EP via Crowdfunding, die in den Berliner Hansa Studios aufgenommen wurde. Mittlerweile hat sich die Band auch bei vielen Konzerten mit ihren energiegeladenen Auftritten eine beachtliche Fanbase erspielt. Ihre Musik beherbergt dabei Einflüsse von Rock, Pop und Blues, aber auch deutliche Singer-Songwriter-Elemente. Die früheren Erfahrungen als Straßenmusiker blitzen auch noch durch, wenn die Vier mit großer Freude an der Improvisation die Bühne betreten. In manchen Momenten scheinen die sympathischen Kölner immer noch überrascht davon zu sein, wie viele Menschen ihnen da wirklich zujubeln und ihre Texte mitsingen. Die Chance auf dieses Spektakel gibt es in Kürze auch in Graz, wenn AnnenMayKantereit am 18. September ins ausverkaufte PPC kommen. Und vielleicht tanzt es sich bei dieser Gelegenheit ja auch mit 24, 25, 26 wieder wie früher.

Photocredit: Martin Lamberty

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