Freunde des gepflegten Stonerrock aufgepasst! Der Club wakuum präsentiert euch am Samstag im Rahmen der Konzertreihe „Desertations“ drei besondere Leckerbissen.

Die Veranstaltungsreihe „Desertations“  hat es sich zum Ziel gemacht, junge Bands zu fördern und verschafft ihnen die Möglichkeit eines Liveauftritts. Desertations findet nun am 18.04.2015 zum zweiten Mal in diesem Jahr statt. Drei weitere Termine (23.05., 26.06. und 11.07.) folgen noch. Die drei Bands die an diesem Wochenende die Chance haben, sich dem Grazer Publikum zu beweisen sind Far Away Town, Prototyper und WarHoles. www.music-news.at stellt euch die drei Newcomer näher vor und stimmt euch somit perfekt für die staubige Session am Samstag ein.

Far Away Town

Far_Away Town

Dem Fuzz alles andere als abgeneigt: Far Away Town

Die Linzer Far Away Town huldigen eindeutig dem Stonerrock. Vom Desert Blues über Hardrock wird dabei alles abgedeckt und mit einem ganzen Haufen Fuzz garniert. Auch finden sich wie, für das Genre üblich, einige psychedelische Parts in ihren Songs. Es spiegeln sich ihre Einflüsse von Fu Manchu, über Brant Bjork und Kyuss, bis hin zu Pearl Jam wieder. Bereits 2006 veröffentlichten die Linzer Jungs eine Demo-EP, bevor sie sich 2009 entschieden, einen neuen Weg einzuschlagen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen, um „das neue Zeitalter des Fuzz“ anzuführen. Um dies zu schaffen kürzten sie sich zu einem Dreiergespann, das aus Alex Mayr (Gitarre und Vocals), Chris Anzinger (Bass und Backingvocals) und Mario Schenkenfelder (Drums) besteht. Neben der Demo-CD kann die Band um Frontmann Mayr bereits mit zwei EPs, einer 7″ Split-Single (mit den befreundeten Dirt Deflector), einer Live-EP und einem reguläres Album glänzen. Das acht Song starke Album „The Magic Low Transmitter“ wurde erst im November 2014 auf CD und standesgemäß auf 12″ Vinyl veröffentlicht. Das Material ist also noch frisch und wartet nur darauf dem Grazer Publikum präsentiert zu werden. Zu der starken Single „Baroon“ wurde auch ein Video gedreht, das es unter dem Artikel zu bestaunen gibt.
Die Band absolvierte bereits mehr als 100 Shows und ist dabei nicht nur auf den österreichischen Bühnen gern gesehener Gast. Ihr Weg führte die drei Linzer auch bereits in die Schweiz und nach Kroatien. Ebenso eine sommerliche Sardinien-Tour wurde unternommen. Abgesehen davon kehren sie immer wieder nach Deutschland zurück, um ihre wachsende Anhängerschaft mit Auftritten zu erfreuen. Dabei wurden auch schon eine ganze Menge Supportshows absolviert, unter anderem für Truckfighters, Dozer, Brain Police, Sungrazer, The Machine, Deville und selbst für Brant Bjork and The Bros.
Wer am Samstag den Weg in den Club wakuum findet, wird Far Away Town beobachten können, wie sie ihre Marshall-Türme zum Glühen bringen werden und dabei ein schepperndes Schlagzeug und fette Riffs um die Ohren gehauen bekommen. Freunde des Fuzz, seid gespannt!

Prototyper

Prototyper

Prototyper – die wohl härteste Band des Abends

Düsterere und auch härtere Klänge kommen von der in Wien angesiedelten Band Prototyper. Sie teilen sich zwar nicht die Fuzz-Sucht mit Far Away Town, können aber trotzdem auch dem Stonerrock-Genre zugeschrieben werden, auch wenn sie laut eigenen Angaben „1% Stoner/Sludge/Doom; 99% badass“ machen. Bei all den Metal-Klängen, die ihr Album durchziehen, sind Prototyper doch auch nicht ruhigen Passagen und cleanen Gitarren abgeneigt. Die vielfältige Stimme von Frontmann Martin X. Forster, der sich auch für die Lyrics verantwortlich zeigt, beherrscht sowohl sanfte Momente, in denen er die sonstige Kratzigkeit seiner Stimme gut verstecken kann, wie auch die große Geste.

Die Geschichte von Prototyper beginnt mit der Gründung 2011. Zu den Bandmitgliedern gehören neben Sänger und Gitarrist Forster noch Alexander Lausch, der die Lead-Gitarre bedient, Josef Scharinger, der sich für die fetten Bass-Lines verantwortlich ist und Stefan Hiti, der durch seine schweren Schlagzeugbeats die Songs immer wieder nach vorne peitscht. Voriges Jahr gelang es dem Quartett mittels Crowdfunding-Kampagne ihr erstes Album „Cities“ auf die Beine zu stellen. Veröffentlicht wurde es im April 2014 und ist digital auf ihrer Homepage und zusätzlich auf begrenzte 300 Stück Vinyl erhältlich. Ihre Musik ist breit gefächert und geht weit über die Grenzen eines simplen Stoner-Rocks hinaus. Auch wenn sie direkte Einflüsse nicht nennen wollen, sondern sich von „life itself and all the great people that made/make damn fine music that inspires us“ beeinflusst fühlen, stehen Sludge-Elemente ebenso deutlich im Vordergrund wie Post-Rock und Post-Metal-Elemente. Da allerdings auch die Wüste nie weit entfernt ist (zwar eher die nächtliche, als die brütend heiße Wüste des Tages), wäre eine angemessene Beschreibung für ihre Musik wohl Stoner Metal. Mit ihrem auffallenden Stilmix haben es Prototyper schon geschafft, von FM4 gefeatured zu werden. Am Donnerstag wird ihnen auch die Ehre zuteil, die großartigen Tito and Tarantula im Wiener U4 zu supporten. Eine perfekte Vorbereitung für den Auftritt im wakuum!

WarHoles

Mit mehr Blues in den Adern kommen WarHoles ins wakuum. Den Blues-Rock den die Wiener Band serviert, ist allerdings weit entfernt von seinem Mississippi-Ursprung. Der Sound ist ruppig, die Band wirkt oft manisch und es kracht an allen Ecken und Enden. Ein klares Faible zum Lärm ist erkennbar und so klingt ihre Musik immer leicht schräg, was ihnen einen ganz besonderen Vibe verleiht. Laut der Band stammt der Name von „to warhole“, was so viel bedeutet wie dem Starren von Löchern ins Nichts. Und genau das ist es, nach was sich der eigene Körper sehnt, wenn man sich der Musik des Trios hingibt. Der durchwegs stampfende Beat von Drummer Ion Illus, gepaart mit dem rüden Gitarrenspiel von Oz Huxley und den zweideutigen, literarischen Texten des Sängers Been Orelian sorgen dafür, dass man sich geistig sofort in eine heruntergekommene, verrauchte Garage oder Kneipe bei stockfinsterer Nacht hineinversetzt fühlt. Der theatralische Gesang Orelians, der Erinnerungen an den guten alten Jim Morrison hervorruft, dringt dabei tief in den Kopf des Hörers und sorgt für eine einzigartige, düstere Atmosphäre.

WarHoles

Von der Garage direkt in den Club wakuum: WarHoles

Huxley und Orelian kannten sich bereits seit Jahren, begannen aber erst 2010 an ersten eigenen Stücken zu arbeiten, die sich auch bei literarischen Veranstaltungen aufführten. Dem lauter werdenden Ruf nach regelmäßigen Konzerten kamen die zwei Künstler nach und gründeten im Herbst 2011 mit Drummer Illus die Band WarHoles. Bereits im Herbst 2012 erschien dann die erste EP „Did You Mean WarHoles?“ auf EXA-Records. Zu den Einflüssen der Band zählen Größen wie Iggy Pop, Tom Waits und Nick Cave. Vor allem Caves Seitenprojekt Grinderman ist nahe an der musikalischen Ausrichtung von WarHoles.
So ergibt sich ein außergewöhnlicher, dreckiger Garagen-Rock-Sound, der mit Blues-Gitarre und klaren Punk-Einflüsse angereichert wird und dabei die allgemeine Freude an der Freiheit, sich keinen kompositorischen Zwängen unterwerfen zu müssen, immer wieder durchscheinen lässt. „Eventually we come in peace“ ist auf ihrer Homepage zu lesen. So gefährlich, räudig und doch abgehangen ihr Sound klingt ist es auch nur schwer zu glauben, dass die Drei in eitler Wonne am Samstag die Bühne betreten werden.

Drei talentierte Bands also, die unter dem Deckmantel „Stonerrock“ unterschiedlicher nicht sein könnten und jede ihre großen Qualitäten besitzt. Ein Konzert, dass ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet!

Photocredits: Desertations FB, Far Away Town FB, Prototyper FB, WarHoles FB

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