Im November gastieren die schwedischen Okkult-Rocker Ghost in der Wiener Arena. Mit im Gepäck: ihr neues Album „Meliora“ und ihre Landsleute von Dead Soul.

Die schwedischen (Ok-)kult-Rocker Ghost kommen am 22. November endlich wieder auf eine Headliner-Show in die heimischen Gefilde, diesmal um ihr kürzlich erschienenes Album „Meliora“ live an den Mann zu bringen. Ghost, das sind sind sechs Musiker aus Linköping, einer Stadt in der schwedischen Provinz Östergötlands. Das ist, bis auf ihren musikalischen Werdegang, aber eigentlich auch schon das Einzige, was man über die Band weiß, denn die Mitglieder treten maskiert und anonym auf und werden allesamt als „Nameless Ghouls“ bezeichnet. Lediglich der Sänger benutzt das Pseudonym „Papa Emeritus“ bzw. „Papa Emeritus III.“ Dieses Rätselraten um die wahre Identität der Musiker besteht bis heute, was den Hype um die Band natürlich nur weiter aufrecht erhält.

Ghost

Ghost (oder auch Ghost B.C.) werden bereits jetzt als Kult-Band gehandelt, dabei begann ihre Geschichte erst vor etwa sieben Jahren. Ihr Debüt „Opus Eponymous“ erschien zwei Jahre nach der Gründung, im Oktober 2010, und kam bei Kritikern bereits gut an. Götz Kühnemund, der ehemalige Chefredakteur vom Rock Hard Magazin, nannte Ghost „das große Ding der Stunde im Underground“ und vergab neun von zehn möglichen Punkten. Darüber hinaus war das Album unter den zehn besten des Monats zu finden. Die Leserschaft des Sweden Rock Magazine wählte das Album 2011 sogar unter die Top 3 der besten Alben in der letzten Dekade. Doch auch in Übersee schlug „Opus Eponymous“ bereits Wellen: Das amerikanische Musikmagazin Decibel wählte das Album auf Platz 24 der besten 40 Alben des Jahres 2010.

Ihre ersten Live-Auftritte absolvierten Ghost ebenfalls im Jahr 2010 auf Festivals in Deutschland und England, Auftritte mit unter anderem Watain oder Deströyer 666 folgten. Im darauffolgenden Jahr hatte die Band bereits erste Auftritte außerhalb Europas und tourte mit Enslaved und Alcest durch die USA. Das Zweitlings-Werk „Infestissumam“, welches 2013 erschien, sollte den Erfolg seines Vorgängers sogar noch toppen: Das Album wurde mehr als 20.000 Mal verkauft und wurde daraufhin 2014 mit der Goldenen Schallplatte ausgezeichnet.

Ghost – Ein geheimnisvolles Phänomen

ghost

Ghost geben sich gerne düster und geheimnisvoll

Da war es natürlich absehbar, dass das neueste Album der Schweden mit Spannung erwartet und jede Neuigkeit sofort im Internet verbreitet wurde. Ghost verstehen es, gezielt zu verwirren und die Spannung weiter anzustacheln, denn mit dem neuen Album „Meliora“, welches Ende August erschien, wurde auch ein Nachfolger für Papa Emeritus II. bekanntgegeben. Bei einem Auftritt in ihrer Heimat Linköping sollte die Nachfolger-Zeremonie vollzogen werden, die sich jedoch letztendlich als geschickte PR-Masche erwies. Der „ehemalige“ Frontmann Papa Emeritus II. übergab seinem „drei Monate jüngeren Bruder” Papa Emeritus III. unmaskiert das Mikrofon von Ghost, im Anschluss spielte die Band unter anderem vier neue Songs des neuen Albums. Letztendlich gab es also keinen echten Sängerwechsel bei Ghost, vielmehr wurden die neue Maskierung des Sängers sowie die Bühnenoutfits der Ghouls zelebriert, untermalt mit neuen Songs und natürlich nicht ohne die Ghost-typischen Verwirrungs-Maßnahmen.

Das Rätsel um die wahre Identität der Musiker bleibt also nach wie vor ungelöst, Spekulationen gibt es aber natürlich reichlich. Hinter den Masken werden Mitglieder der schwedischen Bands Repugnant und In Solitude vermutet. Insbesondere soll sich hinter dem Künstlernamen „Papa Emeritus“ der Musiker Tobias Forge verbergen, der bei der Power-Pop-Band Subvision spielt und außerdem als „Mary Goore“ Mitglied von Repugnant und ehemaliges Mitglied der Hair-Metal-Band Crashdïet ist.

Trotz der Unklarheiten um die wahre Identität der Musiker – unbestreitbar ist, dass Ghost ein Phänomen sind und man sich auf einen vielleicht etwas eigentümlichen, aber auf jeden Fall unterhaltsamen Abend freuen darf.

Dead Soul

Etwas eigentümliche, aber eingängige Musik, eine Stimme mit Wiedererkennungswert und schwedische Abstammung – die Parallelen zwischen Ghost und ihrem Support, Dead Soul, sind auf jeden Fall da. Dead Soul sind ein Duo, bestehend aus dem Blues Sänger „Slidin‘ Slim“ Anders Landelius und dem Electronic Musiker, Songschreiber und Produzent Niels Nielsen. Die beiden hatten bereits zuvor eine Zusammenarbeit, 2012 taten sie sich dann erneut zusammen, um Dead Soul zu gründen. Die Stile beider Musiker lassen sich auch in ihrer Musik wiederfinden und bilden eine perfekte Symbiose, die sich am besten als „Dark Electronic Doom Blues“ beschreiben lässt. Der perfekte Opener für eine Band wie Ghost!

Selbst beschreiben sie ihr Schaffen so: „Chaos ist nicht das einzig mögliche Resultat eines Zusammenstoßes, eine andere Möglichkeit könnte auch der Beginn von etwas Neuem sein. Dead Soul sind eine musikalische Begegnung von Analogem und Digitalem, Logik trifft auf Chaos. Kompromisslos und unentschuldbar präsentieren Dead Soul einen dystopischen Blick auf die Welt, immer mit geballter Faust und festem Blick.“

Oeticket Ghost

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.