Erste Prognose: Einige Genres werden sich verbünden.

Das Jazz Fest Wien startet diesmal am 1. Juli, die drei Hauptschauplätze sind die Wiener Staatsoper, das Porgy & Bess sowie der Arkadenhof im Wiener Rathaus.

Wiener Staatsoper

The Roger Cicero Jazz Experience werden den Konzertreigen in der Wiener Staatsoper eröffnen: Ausnahmesänger Roger Cicero hat sich mit Big Band Swing und hintersinnigen deutschen Texten einen Namen gemacht, er kehrt zu seinen musikalischen Wurzeln zurück und wird am 1. Juli englische Jazz-Standards, Klassiker und Covers in außergewöhnlichem Gewand präsentieren, begleitet vom exzellenten Trio Matthias Meusel (Schlagzeug), Hervé Jeanne (Bass) und Maik Schott (Piano).

Chilly Gonzales & Kaiser Quartett sowie Plaza Francia sind dann am 2. Juli die Stars der Wiener Staatsoper. Der kanadische Pianist Chilly Gonzales akzeptiert keine musikalischen Grenzen, sein Spaß am Spiel wird zum Wahnwitz und er reizt die Extreme des Klavierspielens voll aus. Wer Helge Schneider beim Jazz Fest Wien genossen hat, wird auch Chilly Gonzales lieben, Überraschungen sind bei ihm garantiert. Am selben Abend sorgen Plaza Francia für Groove: Dieses Bandprojekt setzt sich aus Mitgliedern des Gotan Projects und der französischen Popband Les Rita Mitsouko zusammen. Der Tango mit seiner Melancholie wird durch den Pop Wolf gedreht, das Ergebnis kann sich hören und sehen lassen.

Am 4.Juli gibt es dann Melody Gardot und Malia zu erleben. Zu Beginn ihrer Karriere wurde Melody Gardot als junges Mädchen von einem LKW erwischt. Die Folgen waren fast tödlich: Eineinhalb Jahre Intensivstation,um ihr Gedächtnis wieder zu erlangen, unterzog sie sich einer intensiven Musiktherapie. Dass sie nun als 30-jährige am Stock gehen muss, liess sie nicht daran hindern, voll durchzustarten. In ihrer dritten Liederkollektion „The Absence“ zeigte Gardot ihre Einflüsse als musikalische Weltenbummlerin und hat die exotischen Klänge der Wüsten Marokkos, der Straßen Lissabons, der Tango-Bars Argentiniens sowie der Strände Brasiliens auf ihre eigene Art integriert. Gardot zeigt sich insgesamt lebensfroher denn je, Ihre Lieder klingen schon wie Evergreens.

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Melody Gardot

An diesem Abend wird auch die aus Malawi stammende, in Zürich lebende, Jazz und Soul Edelstimme Malia auftreten.Sie hat sich mit Boris Blank, dem Chefelektroniker der Schweizer Weltgruppe Yello zusammengetan. „Musik muß eine Reise sein, bei der man nicht weiß, wo man ankommen wird“ ist ihre Devise.

Am 06. Juli ist in der Wiener Staatsoper Jubiläumstag! Der in NYC lebende Bariton Jose James wird zu Ehren Billie Holidays, die heuer 100 Jahre alt geworden wäre, musizieren. Er verbindet ernsten Jazz mit leichtfüßigem R&B, Hiphop und elektronischen Effekten. Auch das „Sinatra Tribute“ findet am selben Abend statt, mit Opernstar Thomas Quasthoff, der österreichischen Mezzo-Sopranistin Angelika Kirchschlager, dem Sänger und Gitarristen Allan Harris, dem heimischen Louie Austen, und dem Orchester der Vereinigten Bühnen Wien. Auch dieses feiert in diesem Jahr Jubiläum: 1965 engagierte das Theater an der Wien die Big Band „Orchester Johannes Fehring“ , der bekannte Geigenvirtuose Toni Stricker wurde Konzertmeister. Seither sind Musicalproduktionen, Big Band Auftritte, Filmmusik und LP Einspielungen die wesentlichen Säulen des Klangkörpers gewesen. Fernsehproduktionen festigten den Ruf als erstklassiges Unterhaltungs- und Showorchester.

Paul Weller (seit den Siebzigern mit The Jam und Style Council als „Modfather“ verehrt) ist mit seltsamen Frisuren, eingängige Riffs und politischen Slogans zur Britpop-Legende geworden und wird am 7. Juli in der Wiener Staatsoper sein neues Album präsentieren. Davor wird ein Österreicher zu hören sein: Ernst Molden! Mit dem Album „Ho Rugg“ erreichte Molden Platz 6 in den heimischen Charts, derzeit ist er mit „Unser Österrreich“ in aller Munde.

Porgy & Bess

Die Pianistin und Sängerin Sarah McKenzie gilt als australische Hoffnung des Jazz, ihre Liebe gilt der eleganten Wehmut Johnny Mercers, dem folkigen Pop Joni Mitchells sowie Duke Ellington. Jazz sei der Pop der Zukunft, meint sie, und mit ihrem Konzert am 1. Juli im Porgy & Bess lässt sie uns an der Jazz-Welt Australiens teilhaben.

Hammer dann am 2. Juli: Die 1985 in Bad Radkersburg geborene Pianistin Viola Hammer gründete ihr Trio vor sechs Jahren. Mittlerweile haben sie ein wahrhaft hypnotisches Zusammenspiel kultiviert und integrieren Elemente von Indie-Rock, Punk, aber auch Klassik in ihre Art des Jazz. Der immer wieder einbrechenden Melancholie werden luzide Elemente beigesetzt, die das Gemüt bei aller Erdenschwere wieder aufhellen.

08.07: Jason Marsalis Vibes Quartet. Der Vibrafonist und Schlagzeuger Jason Marsalis ist der jüngste Nachkomme des Marsalis-Clans aus New Orleans und wird am 8. Juli mit seinem Vibes Quartet die Bühne des Porgy & Bess betreten. Der Name des aktuellen Albums „The 21st Century Trad Band“ verdeutlicht den Stil des Quartetts, in dem sich Traditions und Zukunftsbewusstsein des Jazz inmitten aller anderen Musikrichtungen durchsetzt.

Arkadenhof des Wiener Rathauses

Am 9. Juli tauscht sich das legendäre, jamaikanische Rhythmusduo Sly & Robbie erstmals mit dem ätherischen, norwegischen Jazztrompeter Nils Petter Molvaer aus. Nordische Melancholie trifft dann auf karibische Lebensfreude. Line up: Sly Dunbar (Drums), Robbie Shakespeare (Bass), Nils Petter Molvær (Trumpete), Eivind Aarset (Guitar), Vladislav Delay (Live Sampling, Keyboards).


Am letzten Tag des Jazz Festes Wien (11. Juli) wird die aus New York City kommende Acapella-Gruppe Naturally 7 die menschliche Stimmgewalt im Arkadenhof des Rathauses feiern, mit einem Repertoire, das gleichermaßen Jazz und R&B-Klassiker als auch Pop-Songs der Beatles oder Queen mit einbezieht.

Wie schon in den letzten Jahren werden sich auch diesmal wieder einige Genres verbinden und wir können gespannt sein auf das Ergebnis, das uns von 1. bis 11. Juli präsentiert wird. Weitere Konzerte kann man während dieser Zeit auch im Monday’s Finest, im Reigen, auf der Summerstage, In Wien Energie, im Miles smiles, und im Jazzland hören. Infos zu den Konzerten sowie Tickets gibt es ab sofort unter viennajazz.org.

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