So ein geniales Rock-Double-Feature wird es in Graz so schnell nicht mehr geben: Mother’s Cake, supported von Witchrider. Ein Pflichttermin.

Wer für einen Abend die absurde Realität dieser Gesellschaft vergessen und eine gehörige Dosis kompromisslosen Rock auf die Ohren will, sollte sich heute abend ins Grazer PPC begeben – dort geben nämlich die zwei derzeit wohl angesagtesten Rockbands aus Österreich ein Konzert: Mother’s Cake haben gerade das neue Video zu „Gojira“ (zu deutsch: Godzilla, und das Video macht dem Namen alle Ehre, aber dazu später) herausgebracht und spielen derzeit einige Gigs quer durch Österreich, um ihr vielversprechendes zweites Album „Love the Filth“, das am 6. Juni beim neu gegründeten Label Panta R&E erscheint, gebührend laut zu zelebrieren. Witchrider, das derzeit heißteste Eisen in der nationalen und ich trau mich sagen internationalen Stonerrockszene, wurde als local Support geladen und werden Songs von ihrem gefeierten Debütalbum „Unmountable Stairs“, aber auch ein paar Tracks ihrer ersten EP, die unter Fans Kultstatus hat, performen.

Aber eins nach dem anderen. Mother’s Cake ist eine Rock/Psychedelic/Space-Band aus Innsbruck und hat sich seit ihrer Gründung 2008 national und international einen Namen gemacht – so haben sie für ihr erstes Studioalbum „Creation’s Finest“, das sie in Australien im Rahmen einer Tour veröffentlicht haben, den Austrian Newcomer Award bekommen, haben mit internationale Größen wie Iggy and the Stooges, den Deftones oder Tito & Tarantula zusammengespielt, die britische Band Anathema auf Tour durch 20 Länder supported…der „Lebenslauf“ dieser Band ist also wirklich beachtlich. Das beeindruckende Oeuvre dieser Band kurz zusammenzufassen ist unmöglich, aber schaut euch – als „Briefing“, quasi – doch den Song „Soul Prison“ und das hammer Video dazu an:

Silence makes no sense

Die neue Single „Gorija“ ist dunkler, ein paar Grad härter, wütend und auf eine gut Art und Weise abgeklärter: beginnt langsam und ‚dronig‘, hat metallische, industrial Elemente, die auf ein in uns schlummerndes Monster, um das es im Song ja geht, hinweisen und andeuten, dass es einfach rausgelassen werden muss – cause „silence makes no sense“. Und das passiert dann auch: die double-time Explosion mit fuzzy verzerrten Gitarren und Gekreische ist wie ein befreiendes Gewitter nach einem schwülen Sommertag im Smog der gottverdammten Großstadt – beängstigend und befriedigend gleichzeitig. Das Video dazu ist cool weil trashig: die Band tragt Spacesuits, dazwischen sieht man Gojira in unsauberem Schwarzweiß kämpfen und toben. Seht selbst:

Oh my God, Witchrider

Was gibt’s zu Witchrider zu sagen, außer dass das die Band mit dem wohl besten Songwriting ist, die ich kenne – jeder Song auf „Unmountable Stairs“ ist ein eigenes kleines Kunstwerk mit einer Message und einer Power, an die so leicht niemand herankommt. Das sind düstere, energiegeladene Songs mit Tiefgang, die einem supertight ins Gesicht geknallt werden und dort kleben bleiben wie die Faust aufs Aug. Die Gitarren geben Vollgas, die Drums auch, und die Stimme von Frontmann Daniel Dorninger ist supernaturally schön. Live geben Witchrider, alles, was sie haben, und ich kann garantieren: was da auf der Bühne abgeht, ist das, was ihr euch unter einem richtigen Rockkonzert vorstellt. Als kleiner Vorgeschmack darauf und Beweis dafür, dass die Jungs nicht nur musikalisch kreativ sind, sondern auch (selbst!) Videos produzieren, die’s echt drauf haben, hier das Video zu „The Fog“:

Wer also noch keinen Plan für heute abend hat, hier ist er. Unbedingt hingehen, das könnte ein unvergessliches Konzert werden.

Fotocredit: Mother’s Cake

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.