Am Samstag startet die neue Konzertreihe „Bunkerbar“ im Bunker Graz mit Reverend Backflash.

Nachdem sich die Wege von Ronny Priesching und dem club wakuum getrennt haben, hat sich der ehemalige Booker des Clubs entschlossen mit Horz Book Ink eine neue Veranstaltungsreihe ins Leben zu rufen. Bunkerbar beruht auf zwei Grundideen: Band-Support und Transparenz.

Bunkerbar_RevBackflash

(c) Horz Book Ink

Für den Eröffnungsabend wurden Reverend Backflash (Punkrock) aus Wien und das Vinylkollektiv 10 gebucht.

Frag Ronny

Wir haben Ronny vier Fragen zum „Bunkerbar“ gestellt.

MUSIC NEWS: Wieso braucht Graz neben Explosiv, sub und club wakuum eine neue Konzertreihe für junge Künstler und Künstlerinnen?

Ronny: Das Bunkerbar zielt nicht auf den jungen oder neugegründeten Künstler ab – ganz im Gegenteil – für Nachwuchs und starke Newcommer ist in Graz gesorgt. Die von dir angesprochenen Kulturinitiativen, die ich auch durch meine Arbeit selber mitgestaltet habe, machen zum Teil gute Arbeit. Ich habe aber über die Jahre miterlebt, wie man sich als Band recht schnell aus diesem „neue-Bands-Fördersüppchen“ zu Tode spielt. Viele Bands schaffen den Sprung über den Tellerrand nicht und versumpern für ewig in einem für sie unattraktiven Rad aus Freibier und Gratiskonzerten.
Ich habe immer schon das System der Kulturförderung bekrittelt, wenn es darauf hinausläuft, dass
sich Kulturinitiative selbst erhalten müssen – das hat mit Kulturförderung nichts zu tun, das ist Gastronomie. Gleichzeitig ist aber auch die Abhängigkeit von Fördermitteln, die zu wenig oder gar nicht mehr kommen, ein großer Teil des Problems. Manche Vereine müssen sich dann aus den Bareinnahmen finanzieren – dann betreibt man ebenfalls ein Gewerbe und keine Kulturinitiative. Wenn sich das musikkulturelle Angebot nach den Geboten der freien Marktwirtschaft orientiert, büßt man das in der Qualität ein. Man kann das durchaus mit der Lebensmittelindustrie vergleichen – wer billig kauft, wird teuer bezahlen.

MUSIC NEWS: Wie funktioniert das System deiner Veranstaltungsreihe Bunkerbar?

Ronny: Das Bunkerbar setzt zu allererst auf qualitativ hochwertiges, nationales und internationales Booking im Rock-Bereich. Für kleinere Events haben wir das 2-Euro-System erdacht. Es sind zwei Euro Grundeintritt, spielt eine Band kommen zwei Euro dazu, spielt noch eine wiederholt sich das. Diese zwei Euro gehen direkt an den jeweiligen Act.
Ich habe in meiner Laufbahn schon viele Konzepte gesehen und die meiste Zeit wurden Geschäfte und Veranstaltungen auf dem Rücken der Bands ausfinanziert. Bandwettbewerbe und „pay to play“ Veranstalter, die sich hinter – ihr müsst aber 50 Karten verkaufen – verstecken, gibt es immer noch.
Ich will ein klares System und die Künstler beziehungsweise die Bands wieder in den Mittelpunkt stellen und auch gerecht entlohnen können.
Für größere Sachen haben wir sehr artistorientierte Doordeals.

MUSIC NEWS: Erzähl uns ein bisschen von der Location, dem Bunker in der Griesgasse, und wie du sie adaptiert hast.

Ronny: Der jetzige Bunker ist in den Mauern des ehemaligen Arcadiums. In den 90ern war das DER Rock schuppen in Graz. Wir haben Teile der alten Bar restauriert und die Kellerräumlichkeiten für unsere Events zum Mittelpunkt gemacht. Derzeit findet sehr viel Techno und DJing im Bunker statt. Um das Bunkerbar davon abzuheben, haben wir uns entschieden die Kellerbar zum Mittelpunkt zu machen und auf eine verkleinerte Venue zu vertrauen. Die Bühne ist mit 6×4 adäquat und wir fassen immer noch gut 150 Leute.

MUSIC NEWS: Am Samstag läuten Reverend Backflash die Ära-Bunkerbar ein, außerdem feierst du deinen Geburtstag. Was erwartest du dir von dem Abend?

Ronny: Ja, ich bin schon sehr gespannt und freue mich auf viele alte, neue und gebliebene Freunde. Ich wünsche mir eine freie Szene und ein ehrliches, offenes Miteinander. Reverend Backflash sind der beste Beweis, wie sich ganz viel Liebe und Rock ’n’ Roll-atitude vereinen lassen.
Nebenbei sind sie, genauso wie das VK10, ein Haufen cooler Leute, die im Laufe der Jahre mehr als gute Freunde geworden sind.

Dieses Frühjahr haben Reverend Backflash ihre neue EP „Holy Shit“ veröffentlicht. In unserem Review erfahrt ihr, was euch erwartet. Ein exklusives Interview mit der Band findet ihr außerdem ab Juni 2016 im PARADOX.

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