Am 04. Juli 2015 findet zum 10. Mal das Lovely Days-Festival statt. Einen Tag später trifft man auf die gleichen Bands in Oberösterreich beim Clam Rock. Ein Blick auf die Bands und die beiden Festivals.

Wer die noch lebenden Legenden der Rockmusik in Österreich erleben will, der kommt seit Jahren nicht am Lovely Days- und am Clam Rock-Festival vorbei. Auch heuer warten beide Festivals wieder mit einer erlesenen Auswahl an den größten Rock-Legenden der vergangenen Jahrzehnte auf. Aber nicht nur das: Sowohl das Clam Rock- wie auch das Lovely Days-Festival haben heuer beinahe das idente Line-Up! Eine Erklärung dafür findet sich in der Tatsache, dass bei beiden Festivals die Skalar Entertainment GmbH als Veranstalter fungiert. Das Wiener Unternehmen bringt heuer Nazareth, Uriah Heep, Eric Burdon & The Animals, The Doors Alive und Status Quo auf die burgenländische und oberösterreichische Bühne. Einziger Unterschied im Line-Up der beiden Veranstaltungen ist, dass der jamaikanische Reggaekünstler Jimmy Cliff ausschließlich am Lovely Days seine relaxten Klänge zum Besten geben wird.

Erfolgreich und unermüdlich

Status Quo

Status Quo rocken seit über 50 Jahren unermüdlich

Was das Clam-Rock- und das Lovely Days-Festival heuer an Künstler aufwarten, gehört zur absoluten Spitze der Rockmusik. Beispielsweise Status Quo. Die britische Kultband feierte bereits 2012 ihr 50-jähriges Jubiläum. In dieser Zeit wurden über 30 Alben aufgenommen und beinahe 100 Singles veröffentlicht. Diese stolzen Zahlen machen sie nicht nur zu einer der erfolgreichsten, sondern auch zu einer der langlebigsten Rockgruppen überhaupt. Und auch 2015 sind sie weit von Ermüdungserscheinen entfernt. Jeder Auftritt der fünf Musiker ist energiegeladen und absolut kompromisslos. Hier wird noch ohne große Schnörkel, dafür mit umso mehr Freude gearbeitet. Mit ihren Klassikern wie „Whatever You Want“, „Down Down“, „What You’re Proposing“ oder ihren die Originalfassungen weit übertrumpfenden Versionen von „Rockin‘ All Over the World“ und „In The Army Now“ bringen die ins Alter gekommenen Herren noch immer jede Masse zum Ausflippen, genau wie vor 50 Jahren. Die Band wird ihrem Namen absolut gerecht.

Lovely Days

Das idyllische Lovely Days mit großem Zelt

Eric Burdon muss sich keineswegs vor der erfolgreichen Karriere von Status Quo verstecken. Als Frontmann der Bands The Animals und War hat sich Burdon in den 60er und 70er Jahren in den Rock-Olymp gesungen. Er wurde 1994 in die Rock’n’Roll Hall of Fame aufgenommen. Zudem adelte die Zeitschrift Rolling Stone den mittlerweile 74-Jährigen, indem sie ihn auf Platz 57 der größten Sänger aller Zeiten wählte. Die einzigartige, im Blues verankerte Stimme Burdons verschaffte ihm auch Auftritte mit Rock-Legenden wie Chuck Berry und Jimi Hendrix und gilt als wichtiger Einfluss für viele weitere Generationen an Sängern wie beispielsweise Iggy Pop. Mit den Animals schrieb der Mann mit der ausdrucksstarken Stimme Musikgeschichte. Die geniale Kombination wird auch heuer ihre Hits und Klassiker, wie House of the Rising Sun“, „Don’t Let Me Be Misunderstood“, „We Gotta Get Out of This Place“ oder „San Franciscan Nights“ über die österreichischen Festivalgelände hinweg schweben lassen.

Gern gesehener Hardrock

Wer es lieber etwas härter hat, kommt mit Uriah Heep und Nazareth voll auf seine Kosten. Als eine der ersten und erfolgreichsten Vertreter des Hardrock, neben Deep Purple und Led Zeppelin, haben Uriah Heep genug Erfahrung, um der Menge so richtig einzuheizen. Was die britische Band allerdings von vielen ihrer Genrekollegen abhebt ist, dass sie eine ausgeprägte melodische und romantische Seite besitzen. Unterstrichen wird diese häufig durch den mehrstimmigen Gesang. Ihre erfolgreichste Zeit hatten Uriah Heep in den 70er Jahren. Der weltweite Erfolg hinterließ allerdings Spuren und so gab es nach häufigen Streiteren, Drogeneskalationen und sonstigen Zwischenfällen bereits früh einige Personalwechsel. Heute ist nur noch ein Mitglied der Originalbesetzung mit an Bord. Der Ur-Gitarrist Mick Box teilt sich mittlerweile mit Bernie Shaw, Davey Rimmer (Bass), Russell Gilbrook (Schlagzeug, Gesang) und Phil Lanzon (Keyboard) die Vocals. Die Personalrochaden ließen die musikalische Qualität leider etwas leiden, nichtsdestotrotz haben Uriah Heep bis heute 30 Millionen Tonträger verkauft und sind immer noch für eine aufregende Live-Show zu haben.

Nazareth

Dem Hardrock verpflichtet: Nazareth

Ebenso lange im Geschäft und mindestens genauso erfolgreich ist die schottische Hardrock-Band Nazareth. Sie waren maßgeblich an der Gründung des später aufkommenden Heavy Metal beteiligt. Bis heute zählen sie zu den erfolgreichsten Bands Schottlands. Wie bei Uriah Heep steht heute nur noch ein Gründungsmitglied auf der Bühne, nachdem der ursprüngliche Sänger Dan McCafferty 2013 die Band wegen seines schlechten gesundheitlichen Zustandes verlassen musste. Seither ist nur noch der Bassist Pete Agnew von der Originalbesetzung übrig. Sein Sohn Lee übernahm bereits 1999 das Schlagzeug.

Zusätzlich bereichern noch The Doors Alive das ohnehin schon starke Line-Up des Clam Rock- und des Lovely Days-Festivals. Laut eigenen Aussagen handelt es sich bei den vier Londonern um die atemberaubendste, authentischste, charismatischste und (selbst ernannte) erotisch anziehendste Tribut-Band die den Rock Titanen der 60iger Jahre Tribut zollen. Die Band arbeitete pausenlos daran, den selben flüssigen, dunklen und berauschenden Sound, der The Doors auszeichnete, zu erreichen. Wenn man The Doors Alive auf den Bühnen erlebt, kann man dieses Vorhaben durchaus als gelungen bezeichnen.

Liebliche Tage im Burgenland

Wiesen – ein Wort, das jedem österreichischen Festivalbesucher ein Begriff sein sollte. Seit mehr als 30 Jahren steht die Ortsbezeichnung für ausgezeichnete Musik und tolle Festivals. Das Festivalgelände (Ottakringer Arena Wiesen) der kleinen Marktgemeinde am Rande des Rosaliengebirges im Burgenland bietet eine gemütliche und naturverbundene Atmosphäre, welche man auch am 04. Juli 2015 wieder genießen kann. Zur Atmosphäre trägt auch das charakteristische Zelt bei, dessen einzigartige Stahlseilkonstruktion beste Sicht auf die Bühne garantiert. Bei der Konstruktion wurden weder Säulen, noch Seile oder Tragelemente verwendet, die die Sicht der Zuseher einschränken könnten. Das ist umso erstaunlicher wenn man bedenkt, dass 4.000 Besucher Schutz vor Sonne und Regen im Zelt finden können. Mit dem sich dahinter öffnenden Open-Air-Bereich wird insgesamt eine Kapazität für 8.000 Menschen erreicht. Seit 2008 wird diese auch jährlich mit den Besuchern des Lovely Days-Festival gefüllt. Bevor das Festival seine Heimat in dieser idyllischen Location fand, wurde es zwei Jahre am Open-Air-Gelände beim VAZ St. Pölten abgehalten, wo auch die letzten Jahre das FM4 Frequency Festival Einzug gehalten hat. Mit Wiesen wurde allerdings ein Veranstaltungsort gefunden, der die lockere und unverkrampfte Atmosphäre des Lovely Days noch besser unterstreicht. Der Preis von 55 Euro ist für die tollen Künstler und das schöne Ambiente auch absolut angemessen.

Rock unter Burgaufsicht

Eine noch imposantere Kulisse findet sich am Fuße der Burg Clam in Oberösterreich. In den Sommermonaten wird das große Areal mit Blick auf die Burg als Open-Air-Veranstaltungsgelände genutzt. Auf der sogenannten Meierhofwiese können bis zu 10.000 Musikliebhaber Platz finden. Seit 25 Jahren werden bei dieser einzigartigen Atmosphäre bereits Konzerte abgehalten. Dass sich das feine Line-Up des heurigen Clam Rock nahtlos in diese erhabene Stimmung einreiht, liegt auf der Hand. Mit Blick auf die majestätische Burg Clam werden Status Quo, Eric Burdon und Co. am 05. Juli 2015 für ganz besondere Momente sorgen. Ein Festival dieser Art in einer der stimmungsvollsten Venues Österreichs sollte man sich nicht entgehen lassen.

Fotocredits: FB Wiesen-Festivals.at, FB Status Quo, FB Nazareth

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