Zugegeben, bis zum Konzertherbst ist es noch etwas hin und immerhin hat die Open Air-Saison gerade erst so richtig begonnen. Da Vorfreude aber bekanntlich die schönste Freude ist, darf man sich jetzt schon für Ende September ein kleines Highlight notieren: Die britischen Thrasher von Onslaught gastieren für zwei Konzerte in Österreich.

Im Rahmen der „Thrash Mercenaries“-Tour gehen die UK-Thrasher Onslaught im September auf Tour. Mit dabei haben sie neben einer ansehnlichen Stange an Nackenbrechern und jeder Menge Riffs auch gleich drei Support-Acts: So werden die finnischen Melodic Death-Metaller Mors Principium Est, die aus Frankreich stammende Melodic Thrash-/Death Metal-Band No Return und die Heavy-/Thrash Metal-Band Blaakyum aus dem Libanon die Tour tatkräftig unterstützen. In Österreich zu sehen ist das Spektakel am Dienstag, 27. September im Viper Room Wien, im Explosiv in Graz einen Tag darauf, am Mittwoch, 28. September.

Onslaught

Die Geschichte von Onslaught reicht bis in die 80er-Jahre zurück und nahm ihren Anfang im britischen Bristol. Anfangs noch eher dem Punk und Hardcore zuzuordnen, entwickelte die Band ihre Skills immer weiter und fühlte sich schon bald der immer weiter wachsenden Thrash Metal-Szene zugehörig. Von dieser Entwicklung blieb auch die Bandbesetzung nicht verschont und so dauerte es noch bis weit nach der Veröffentlichung des Debüts „Power From Hell“ bis sich das Line-Up einigermaßen einpendelte. Trotz einiger Wechsel, von der auch die Sänger-Position nicht verschont wurde, konnte die Band rasch erste Erfolge für sich verzeichnen. „Power From Hell“ verkaufte sich gut und so wurden Onslaught schon bald danach erneut ins Studio geschickt. Auch die anschließenden Touren mit Girlschool, Anthrax und Motörhead verliefen gut. Zurück in der Heimat wurden sie sogar dazu eingeladen, in der renommierten Colston Hall in Bristol aufzutreten. Den Bitten der Band, die Sitzmöglichkeiten zu entfernen, wurde allerdings nicht nachgekommen und so trug es sich zu, dass die Stadt nach dem Auftritt die Hälfte des Inventars neu kaufen musste. Trotz einiger Erfolge blieb die Band weiterhin vor Besetzungswechseln, musikalischen Durchhängern und sogar einem gescheiterten weiteren Bandprojekt nicht gefeit. Mit ihrem 2013 veröffentlichten Longplayer „VI“ konnten die Thrasher aber wieder zeigen, dass sie noch längst nicht zu den Akten gelegt werden sollten und heimsten durchweg Bestnoten ein. Umso schöner, dass man heuer bereits die Möglichkeit zur 30-Jahres-Feier hat.

Mors Principium Est

1999 war die Geburtsstunde der Finnen von Mors Principium Est, die sich bereits bei ihrer Gründung im Melodic Death Metal-Sektor versuchten, anfangs jedoch nur für sich im Schutz des Proberaums. Die erste Demo sollte aber bald folgen und wurde noch ohne Bassisten aufgenommen. 2001 stieß Teemu Heinola zur Truppe und von da an ging es für die Band stetig bergauf. Nach zwei weiteren Demos landeten sie schließlich bei Listenable Records und veröffentlichten dort im Jahr 2003 ihr Debüt „Inhumanity“, welches bereits ein erster Erfolg wurde und nicht nur Unmengen an Lobeshymnen seitens der Presse, sondern auch Vergleiche mit Szene-Größen wie At The Gates, Dark Trankquillity und Children Of Bodom nach sich zog. Auf diesem guten Ruf bauten sie 2005 und 2007 mit den Nachfolgewerken „The Unborn“ und „Liberation = Termination“ auf. Danach entwickelte sich der Posten des Gitarristen allerdings mehr und mehr zum Schleudersitz, was fast zur Auflösung der Band führte. Nach insgesamt sechs weiteren Gitarristen kehrte die Band 2012 mit dem vierten Album „… And Death Said Live“ schließlich wieder zurück und zeigt sich seither stärker denn je.

No Return

No Return sind mehr oder weniger das Äquivalent zu Onslaught, denn sie verbindet nicht nur die Stilrichtung. Auch die Bandgeschichte weist fast exakt die gleiche Anzahl an Jahren auf, da sich No Return ebenfalls bereits in den frühen 80ern gründeten, damals allerdings noch unter dem Namen „Evil Power“. Musikalisch konnte man die Band auch damals schon irgendwo zwischen Death- und Thrash Metal einordnen und war zu dieser Zeit eine der wenigen französischen Bands, die sich überhaupt noch mit Metal befassten. Der Erfolg blieb ihnen dadurch allerdings nicht verwehrt. Bereits ein Jahr nach der Umbenennung in „No Return“ hatten sie einen Plattenvertrag an Land gezogen und konnten mit „Psychological Torment“ bereits ihr Debüt veröffentlichen. Die Reaktionen waren derart positiv, dass sich die Band unverzüglich auf Europatour mit Bands wie Sacred Reich und Exhorder begeben konnte. Das zweite Album wurde dann sogar in Florida in den legendären Morrisound Studios aufgenommen. Trotz der sommerlichen Gegend stand das Zweitlingswerk eher unter dem Death Metal-Einfluss. Ende der 90er wurde es dann allerdings immer ruhiger um die Band, kurzzeitig war No Return sogar vermeintliche Geschichte. Mit „Self Mutilation“, das 2001 erschien, formierte sich die Band dann aber nicht nur neu, sondern fand auch wieder zu ihren musikalischen Wurzeln zurück. Vor allem seit 2012 bringt die Band wieder vermehrt Material auf den Markt, die letzte Erscheinung „Fearless Walk To Rise“ stammt aus dem vergangenen Kalenderjahr.

Blaakyum

Blaakyum sind eine Band aus dem Libanon, die Heavy-, Thrash und Groove Metal in sich vereint und sich 1995, fünf Jahre nach dem libanesischen Bürgerkrieg, gründete. Zu diesem Zeitpunkt stieg die libanesische Metalszene erst wieder aus der Asche des Kriegs empor und Blaakyum kämpften an vordester Front mit. Blaakyum waren außerdem eine der ersten libanesischen Metal Bands, deren Songs im nationalen Radio gespielt wurden. 2001 war dann allerdings erstmal Schluss, da sich die Band aus gesundheitlichen sowie persönlichen Gründen auflöste. Hinzu kam noch ein erneuter Krieg 2006. Ein Jahr später folgte dann allerdings die Wiederbelebung mit neuen Mitgliedern und von da an konnte die Band einige Meilensteine für sich verbuchen, wie etwa den siebten Platz beim Globale Battle Of The Bands 2007 oder, ganz aktuell, den dritten Platz beim Wacken Metal Battle im letzten Jahr.

Tickets

Tickets für die Konzerte im Viper Room Wien und Explosiv Graz gibt’s hier.

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