Die lebenden irischen Legenden kommen im September auf große Österreich-Tournee und versorgen dabei auch das Grazer Orpheum mit Guinness-getränkter Stimmung.

The Dublin Legends – hinter diesem auf den ersten Blick großspurigen Namen verbirgt sich niemand Geringeres als The Dubliners höchstpersönlich. Deshalb kann die Bezeichnung „Legends“ durchaus als gerechtfertigt angesehen werden. Über 50 Jahre hinweg waren The Dubliners, trotz der immer wieder wechselnden Besetzung, die berühmteste und einflussreichste Band der Irish Folk Music. Als im Jahr 2012 ein halbes Jahrhundert Bühnen-Jubiläum gefeiert wurde, bekamen die Mythen der irischen Folk Music den Lifetime Achievement Award vom BBC Radio verliehen und beschenkten sich selbst mit einem groß gefeierten Konzert in der selbst legendären Royal Albert Hall in London. Bereits hier bewiesen die mittlerweile stark ergrauten Herren sich und ihren Fans, dass sie nichts von ihrem Charme und ihrer Magie eingebüßt hatten und es auch bis heute nicht haben.

Nicht zu stoppen

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Gut gealtert: Die vier „Jungs“ von The Dublin Legends

Doch 2012 sollte nicht nur ein Jahr voller Feiern werden. Keinen ganzen Monat nach ihrem umjubelten Auftritt in der Royal Albert Hall verstarb das letzte der vier Gründungsmitglieder aus dem Jahr 1962 Barney „Banjo Barney“ McKenna. Aufgrund des überraschenden Todes beschlossen die restlichen Mitglieder John Sheahan, Sean Cannon, Eamonn Campbell und Patsy Watchorn die Jubiläumstour noch zu beenden und die Band mit einem Abschiedskonzert am 31. Dezember 2012 aufzulösen. An diesem Punkt hätte die Geschichte auch enden können. Doch wie es mit Legenden so ist, sie sind kaum loszuwerden. Nachdem sich Fiddler, Whistler und Mandolinist Sheahan endgültig in den wohlverdienten Ruhestand begab, juckte es der restlichen Gruppe wohl noch immer zu sehr in den Fingern und so schnappten sie sich den Banjo-Spieler Gerry O’Connor, der den verstorbenen McKenna bereits bei den letzten Dubliners-Konzerten ersetzte, und begaben sich wieder auf Tournee. Da Sheahan allerdings die Namensrechte an „The Dubliners“ besitzt, musste ein neuer Name gefunden werden und so entschied man sich folgerichtig für „The Dublin Legends“.

Qualität setzt sich durch

Seit 2013 tragen Watchorn, Cannon, Campbell und O’Connor also unter neuem Namen die unbeschwerte und beschwingte irische Lebensart in die Welt hinaus. Zwar ersetzte Paul Kelly des Öfteren O’Connor am Banjo, weil dieser auch Mitglied der Tour-Musiker des Blues-Giganten Joe Bonamassa ist. Jedoch soll er bei der großen Konzertreihe 2015 wieder mit an Bord sein. Patsy Watchorn entschied sich 2014 eine Pause von dem Musikgeschäft zu nehmen. Für ihn fungiert auch heute noch sein Bruder Paul Watchorn als mehr als würdiger Ersatz. Wie auch schon bei der Ursprungsband verursachen die häufigen Besetzungswechsel auch bei den Dublin Legends erstaunlicherweise keine nennenswerten Qualitätsunterschiede. The Dubliners haben stark zur irischen Legende beigetragen und auch wenn sie nun unter einem anderen Banner auftreten, sind bekannte Songs aus dem irischen Volksgut wie „Whiskey in the Jar“, „Molly Malone“, „Wild Rover“ und Klassiker wie „Dirty Old Town“ im Repertoire der Band vertreten.

Wer die Legenden live erleben möchte, der hat im September 2015 sogar öfters die Chance dazu. Am 04. September setzen The Dublin Legends zu einem zehntägigen Konzertmarathon in Österreich an. Bevor das Wiener Metropol gleich fünf Mal (!) hintereinander bespielt wird, macht die vierköpfige Kult-Gruppe am 08. September in Graz halt, und wird das Orpheum dabei mit ihren Songs über Liebe, Leben und natürlich Alkohol in ein irisches Pub verwandeln. Unvergessenen „Drunken Nights“ steht also nichts mehr im Wege.

Fotocredits: The Dublin Legends FB

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